Kion: Übernahme in Sicht?

Nachdem in diesem Jahr bereits einige mittelgroße deutsche Unternehmen von chinesischen Investoren übernommen wurden, oder – wie im Fall von Aixtron – zumindest übernommen werden sollten, könnte demnächst eine weitere Übernahme anstehen.

Der chinesische Kion-Großaktionär Weichai hat seinen Anteil an dem im MDax notierten Gabelstapler-Hersteller Kion laut aktueller Mitteilung zuletzt von 40,3 auf 43,3% ausgebaut.

Die Chinesen kauften weitere 3,3 Mio. Kion-Aktien und gaben dafür rund 180 Mio. € aus.

Da nach der jüngsten Aufstockung am Markt auf eine weitere mögliche Erhöhung verwiesen wird, könnte – wie schon angedeutet – bald die nächste Komplett-Übernahme eines deutschen Mittelständlers durch einen chinesischen Investor anstehen.

Die Übernahme von Kuka durch den chinesischen Haushaltegeräte-Hersteller Midea hat gezeigt, wie schnell es gehen kann:

Ursprünglich hatte Midea nur rund 30% der Kuka-Anteile haben wollen. Da das Angebot von Midea jedoch so gut war, wurden den Chinesen deutlich mehr als 30% der Kuka-Anteile angedient.

Kion im Kurzportrait

Bevor ich gleich noch auf die aktuellen Zahlen und die Entwicklung der Kion-Aktie im bisherigen Börsenjahr 2016 eingehe, möchte ich Ihnen das Unternehmen kurz vorstellen:

Dar Wiesbadener Konzern Kion wurde vor 10 Jahren von Goldman Sachs und dem Finanzinvestor KKR vom im DAX notierten Industriegas-Produzenten Linde gekauft.

Im Jahr 2013 wurde Kion an die Börse gebracht. Im Zuge des Börsengangs haben sich KKR und Goldman Sachs zunächst von einem Teil ihrer Kion-Beteiligung getrennt und dann in der Folge nach und nach weitere Anteile verkauft.

Im Jahr 2015 folgte schließlich der Komplett-Ausstieg des Finanz-Investors und der US-Bank. Der chinesische Investor Weichai war bereits 2012 mit einer kleinen Position bei Kion eingestiegen.

Die jüngsten Zahlen von Kion im Überblick

Kommen wir jetzt zu den jüngsten Zahlen:

Der Umsatz von Kion stieg im 3. Quartal des laufenden Jahres um 3,8% auf 1,28 Mrd. €, der operative Gewinn um 4,6% auf 126,8 Mio. € und der Nettogewinn sogar um 36,1% auf 67,3 Mio. €.

Für den hohen Nettogewinn sorgten die operativen Erfolge und sinkende Finanz-Aufwendungen. Der Auftragsbestand erhöhte sich seit Jahresanfang um 20,4% auf 1,04 Mrd. €.

Einen noch größeren Wachstumssprung bringt zukünftig die Dematic-Übernahme:

Mit dem Automations- und Lieferketten-Spezialisten rundet Kion das eigene Portfolio im Bereich Logistik-Lösungen ab und profitiert zukünftig vom Trend „Industrie 4.0“ (vernetzte Industrie).

Hinzu kommt die Chance auf eine Komplett-Übernahme durch den chinesischen Investor Weichai. Dennoch notiert die Kion-Aktie derzeit rund 15% unter ihrem Jahreshoch.

Kommt es tatsächlich zur vollständigen Übernahme durch Weichai, werden wir schon bald deutlich höhere Notierungen bei Kion sehen.

Aber auch ohne eine vollständige Übernahme durch den chinesischen Investor sehe ich durchaus noch Aufwärts-Potenzial für die Kion-Aktie.

12. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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