Kion überrascht mit überzeugenden Zahlen für das dritte Quartal

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Kion präsentiert überzeugende Geschäftszahlen für das dritte Quartal. Die Aktie legt daraufhin zweistellig zu. (Foto: Eisenhans - Adobe.com)

Es gibt sie noch, die Maschinenbauer, die nicht nur keine Gewinnwarnung abgeben müssen, sondern die Erwartungen der Anleger sogar übertrumpfen konnten. Und zwar so deutlich, dass ein zweistelliges Kursplus herauskommt. So geschehen in der vergangenen Woche beim größten deutschen börsennotierten Maschinenbauer, der Kion Group.

Prall gefüllte Auftragsbücher

Denn die Quartalszahlen des nach Toyota weltweit führenden Gabelstaplerherstellers fielen in der Tat überzeugend aus. Die Umsätze verbesserten sich in den drei Monaten des Sommerquartals um 13,9 % auf 2,2 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT stieg um 12,6 % auf 217 Millionen Euro. Mit 10,1% lag die operative Marge nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. Netto wurde mit 121 Millionen Euro sogar ein Viertel mehr als im vergleichbaren Vorjahresquartal verdient.

Aber wirklich beeindruckend war die Auftragslage des Unternehmens. So konnten im ersten Quartal die Auftragsbestände nochmals und zwar deutlich auf 2,3 Milliarden Euro gesteigert werden. Wichtig für Kapitalanleger ist, dass sich anhand des aktuellen Auftragsbestands eine Kennzahl berechnen lässt, die für die weitere Kursentwicklung einer Aktie in der Regel eine hohe Bedeutung hat: Die sogenannte Book-to-Bill-Ratio, ein beliebter Indikator für das erwartete Wachstum von Industrieunternehmens. Sie wird errechnet, indem die Auftragsbestände (ein Indikator für die Erlöse der kommenden Periode) durch die Umsätze der abgelaufenen Periode dividiert werden. Liegt die Kennzahl über dem Wert eins, deutet dies auf ein weiteres Wachstum der Geschäftstätigkeiten hin.

Book-to-Bill-Ratio steigt deutlich an

Was bei Kion der Fall ist: Zum Quartalsende errechnet sich eine Book-to-Bill-Ratio von 1,05 – eine deutliche Steigerung im Vergleich zu den Vorperioden. Zugleich fällt die Book-to-Bill-Ratio deutlich höher aus als bei den meisten deutschen Maschinenbauern. Was die Analysten der Commerzbank dazu veranlasst, ihren Research-Bericht mit dem Titel des vierten Supertramp-Albums zu überschreiben: „Crisis? What Crisis?“

Alles in Butter also? Wer auf die Managementerwartungen blickt, könnte zu dieser Schlussfolgerung gelangen. Die Prognose für das bereinigte operative Ergebnis in einer Bandbreite zwischen 805 und 875 Millionen Euro erscheint inzwischen als konservativ: Wenn man die Ergebnisse der letzten zwölf Monate zusammenzählt, kommt man schon auf 877 Millionen Euro.

Dass es aber im vierten Quartal zu einem Ergebnisrückgang kommt, will angesichts des hohen Auftragsbestands zurzeit wohl niemand ernsthaft für möglich halten. Daher ist ein Übertreffen der Managementerwartungen durchaus möglich – mit zweifellos positiven Auswirkungen auf den Aktienkurs. Der Meinung ist auch der Vorstandsvorsitzende Gordon Riske, der betont, dass Kion „auch in einem uneinheitlichen Marktumfeld weiterhin auf Kurs ist“ und die Widerstandsfähigkeit der Gruppe deutlich gestärkt ist.

Aktien deutlich übergekauft

Allerdings sollten Anleger die aktuell überkaufte Situation im Auge behalten. Angesichts der jüngsten Kursrallye – die bisherige Monatsperformance liegt bei stattlichen 22% – zählt die Kion-Aktie nicht nur im MDAX zu den besten Titeln. Ganz offensichtlich haben sich die Papiere kurzfristig etwas heiß gelaufen – was sie zu einer soliden Halteposition macht: Neuinvestition drängen sich derzeit nicht auf, und wer investiert ist, sollte zumindest seinen Stop-Loss-Kurs nach oben ziehen.

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Von: Peter Thilo Hasler. Über den Autor

Peter Thilo Hasler ist seit über 25 Jahren als Finanzanalyst tätig, zunächst für einige große Investmentbanken, seit 2010 in seiner eigenen Research-Firma. Als Analyst berät er namhafte Fondsmanagern und Vermögensverwalter weltweit.

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