Klassisch: Wertsteigerung bei Immobilien, wie sieht es an verschiedenen Standorten aus?

Immobilien sind ein tolles Investment und einzigartig? Die erste These lässt sich leicht mit ja beantworten. Ansonsten haben Sachwerte verschiedener Art erstaunliche Gemeinsamkeiten. (Foto: karamysh / Shutterstock.com)

Sachwerte gibt es etliche und doch muss es nicht immer Gold oder Aktien sein. Allen Sachwerten gemein ist die Tatsache, dass sie physisch vorhanden sind (auch hinter einer Aktie steht ein Unternehmen), im Wert beständig und gemeinhin als inflationssicher gelten. Bei manchen wird lediglich auf die Wertbeständigkeit gesetzt, andere erwirtschaften gar eine Rendite. Beispiele für letztere Variante sind Immobilien mit Mieteinnahmen oder Aktien mit Dividendenausschüttungen.

Nach Fahrzeugen und Uhren in den letzten beiden Ausgaben, widmen uns in dieser Ausgabe wieder unserem Kernthema: Immobilien

Wird wohnen tatsächlich teurer?

Sehen wir uns hierzu den Häuserpreis im Laufe der Zeit in Regensburg an. Daten wurden dabei von der Fa. RMC aus Bad Abbach erhoben und liegen mir dankenswerterweise, vorwiegend als Zeitungsinserate, vor.

Auch lässt sich die Inflation anhand des Zeitungspreises gut ablesen. Was Sie als Mitglied der Immobilien-Elite ausführlich vermittelt bekommen, skizziere ich an dieser Stelle gerne:

Die Preise haben sich im Zeitraum von 1969 bis 2018 konstant nach oben entwickelt. So gab es in 1969 ein Reiheneckhaus (Neubau) in Regensburg-West mit 300 Qm Grund für 123.000 DM zu kaufen. Eine Ausgabe der Mittelbayerischen Zeitung kostete 35 Pfennige.

2005 wurden für Reiheneckhäuser im Bestand, ebenfalls Regensburg-West, Preise um die 359.000 Euro aufgerufen, eine Ausgabe der Mittelbayerischen Zeitung kostete mittlerweile 1,30 Euro.

In 2018 werden für Einfamilienhäuser im gehobenen Bestand, mit einem großen Grundstück durchaus Preise um eine Million Euro bezahlt. Und eine Ausgabe der Mittelbayerischen Zeitung kostet mittlerweile 1,70 Euro.

Auch wenn es sich um Angebotspreise handelt, wird kaum jemand bestreiten, dass die Immobilienpreise in Regensburg über die Jahrzehnte signifikant gestiegen sind. Vor allem wenn Sie die DM-Preise in Euro umrechnen, erscheint der Anstieg noch massiver:

Das sind die wichtigsten Folgen eines CrashsCrash ist ein großes Wort, doch ich stelle immer wieder fest, dass viele Anleger hier v. a. die völlig falschen Schlüsse ziehen. Mit dem Wort „Crash“ verbinden die meisten eine… › mehr lesen

Ein Neubau-Reiheneckhaus im Jahr 1969 für umgerechnet knapp über 60.000 Euro bis hin zu fast 1 Million Euro für ein gebrauchtes, wenn auch gehobenes, Einfamilienhaus im Jahr 2018. Auch die Preisentwicklung der Tageszeitung von umgerechnet ca. 20 Cent im Jahr 1969 bis zu mittlerweile 1,70 Euro im Jahr 2018 hat es in sich.

Bauen wird immer teurer

Auch wenn der Baupreisindex um die Jahrtausendwende ein paar Jahre konstant blieb, zeigt er doch ein klares Bild, ebenso wie der Baukostenindex (also reine Lohn- und Materialkosten ohne Marge des Bauherrn):

Neubauten wurden in den letzten Jahrzehnten konstant und merklich teurer. Eigentlich auch logisch:

Nicht nur aufgrund der Inflation steigen Handwerkerlöhne und Baustoffkosten langfristig. Auch Qualitätsverbesserungen sowie regelmäßig neue Auflagen (bspw. aufgrund der EnEV) lassen die Preise klettern.

Kurzes Fazit

Ein Grundstück braucht keine Wartung und nutzt sich laut Volksmund nicht ab. Die Errichtung neuer Gebäude wird auf lange sich teurer. Die Inflation tut ihr übriges für die Preissteigerungen bei vielen Produkten, nicht nur bei Sachwerten.

Bei vielen anderen Sachwerten neben der Immobilie rechnen die Anleger (auch) mit Wertsteigerungen, wie bspw. bei Gold und Aktien. Auch alte Porsche und Rolex-Uhren machen es vor, dass Wertsteigerungen auf lange Sicht kalkulierbar sind.

Warum aber wird dann bei Immobilien sooft vermittelt, dass man auf keinen Fall auf Wertsteigerungen setzen sollte und diese, wenn überhaupt, unplanbarer Bonus sind? In meinen Augen übrigens völliger Unsinn.

Die Auflösung gibt es nächsten Dienstag zum Ende dieser Beitragsreihe.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Christian Marchner. Über den Autor

Christian Marchners Start in den Immobilienmarkt liegt nun fast 10 Jahre zurück. Heute konzentriert er sich vor allem auf Wachstumsmärkte. Dort setzt er vor allem auf eine langfristig positive Entwicklung in Bezug auf Miet- und Kaufpreise.

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