Kleiner Verfall: Mit hoher Volatilität ins Niemandsland

DAX Anzeigetafel RED – Deutsche Börse AG

Der DAX pendelte in dieser Woche zwischen Höhen und Tiefen. Selten gab es so viel Bewegung, die am Ende fast in einer Nullnummer endete. (Foto: Deutsche Börse AG)

Heute war kleiner Verfall. Das haben Sie daran gemerkt, dass der DAX vor 13 Uhr über 11.500 Punkte gehoben wurde. Hier war eine einigermaßen große Put-Position im Markt und die wollten die Stillhalter natürlich nicht bezahlen. Also wird der DAX nach oben gepusht. Danach ging es wieder etwas abwärts und viele dachten schon, wie stürzen wieder vor dem Wochenende ab.

Falsch gedacht: Der Markt zieht kurz vor Feierabend noch an!

Der DAX klettert über 1 Prozent ins Plus und befindet sich aktuell bei 11.560 Punkten. Achten Sie auch heute wieder auf die tatsächlichen Schlusskurse. Xetra ist interessant – nachbörslich ist noch wichtiger. Was machen die Kurse in der Stunde des smarten Geldes?

Die Tendenz sieht allerdings gar nicht mehr so negativ aus. Klar, wir notieren immer noch unter wichtigen Marken im DAX. Aber schließlich haben wir wieder einigen Abstand zur 11.000er Marke. Was sagt der Chart?

Der DAX verläuft weiterhin unter der EMA 50 (Blau) und EMA 200 (Grün). Die gewichteten Tageslinien werden sich in der nächsten Woche vielleicht schon kreuzen. Das kennen Sie bereits unter dem Namen: Todeskreuz.

Es soll einen starken Abverkauf ankündigen. Das ist aber nicht immer so. In der aktuellen Situation wirkt es jedoch durchaus plausibel. Wir haben gerade einmal die Hälfte des Augusts hinter uns gebracht. Da kann der DAX noch deutlich weiter fallen.

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Der weitere Fahrplan für den DAX im AugustBei der nächsten Kreuzung bitte seitwärts halten. Diesem Navi folgt der DAX in den letzten Tagen. Kommt morgen ein Turnaround Tuesday? Was sagt die Saisonalität? › mehr lesen

Sie sehen außerdem die Fibonacci-Retracements. Das 62er Retracement liegt bei 11.187 Punkten. Dieses wird in den meisten Fällen noch erreicht. Geben Sie dem DAX noch ein paar Tage. Vielleicht sehen wir diesen Wert bereits nächste Woche. Es sind nur aktuell rund 400 Punkte. Das kann der DAX ist fast einem Tag schaffen. Außerdem waren wir gestern bei 11.300 Punkten schon einmal dicht dran.

Todeskreuz als Fehlsignal?

Der DAX müsste sich jetzt gehörig ins Zeug legen, um das Todeskreuz nicht wahr werden zu lassen. Dass sich die beiden Durchschnittslinien kreuzen werden, ist recht wahrscheinlich. Schauen Sie sich nur einmal an, wie steil die 50-Tagelinie nach unten zeigt.

Fazit

Die Börsen bleiben also weiterhin turbulent. Der DAX hat in dieser Woche eine extreme Strecke zurückgelegt. Aber am Ende notiert er nur knapp 250 Punkte niedriger, als er in die Woche gestartet war.

Viel Lärm um nichts? Nicht ganz. Die Bewegungen hatten politische Börsen als Hintergründe. Hier wurde von mehreren Seiten auf die Märkte eingewirkt. Das ist am DAX vergleichsweise spurlos vorübergegangen.

Der EUR/USD kann ein anderes Lied davon singen. Hier laufen wir aktuell unter der 1,11er Marke. Vor rund eineinhalb Jahren gab es für einen Euro noch 1,24 US-Dollar. Die Frage bleibt hier – wann die USA eingreifen werden. Lange darf die EZB den Euro wohl nicht mehr entwerten. Zumindest nicht schneller, als es die FED beim US-Dollar macht.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.