Klimaneutrales Bauen liegt im Trend

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Die Corona-Krise beeinträchtigt die Bauindustrie weltweit. Im Trend dagegen liegt klimaneutrales Bauen. (Foto: yuttana Contributor Studio/Shutterstock)

Die Bauindustrie leidet unter der Corona-Krise, keine Frage. Doch eine Sonderstellung innerhalb der Branche nehmen Baustoffhersteller ein, die sich die energetische Sanierung oder Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen auf die Fahne geschrieben haben. Europaweit besteht weiterhin Bedarf an zusätzlichem Wohnraum, und der Trend zum Holzbau hält ungebrochen an. Zudem unterstützen öffentliche Förderprogramme diese Form des ressourcenschonenden Bauens.

In diesem Bereich ist STEICO seit Jahren erfolgreich aktiv. Ich rechne mit einer Fortsetzung des Erfolgskurses, zumal die Wettbewerbsintensität gering ist. Daneben hat auch die energetische Sanierung, wie sie Sto mit ihren Dämmstoffen anbietet, noch reichlich Wachstumspotenzial. Seit Anfang des Jahres gibt es eine zusätzliche Förderung für umweltbewusste Haus- und Wohnungseigentümer. Die Steuerermäßigung kann bis zu 40.000 € auf 3 Jahre verteilt betragen. Vor diesem Hintergrund dürften sich noch mehr Eigentümer für eine energetische Sanierung entscheiden.

Neben Sto und STEICO macht auch Wienerberger mit seinen Dachziegeln und Rohrsystemen eine gute Figur. Die Jahresprognose wurde etwas optimistischer formuliert.

Die internationale Bauwirtschaft steht unter Druck

Der durch die Corona-Pandemie ausgelöste weltweite Konjunktureinbruch hat die internationale Bauindustrie im bisherigen Jahresverlauf erheblich beeinträchtigt.

Die Branchenexperten von EUROCONSTRUCT gehen davon aus, dass die Bautätigkeit in Europa auch im Gesamtjahr deutlich unter dem bisher angepeilten Niveau bleiben wird. Aktuellen Schätzungen zufolge könnte das europäische Bauvolumen um 11,5% einbrechen. Allerdings wird mit unterschiedlichen Entwicklungen in den einzelnen Ländern gerechnet. Für die deutsche Bauwirtschaft erwartet der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie einen Umsatzrückgang von 3%.

Während sich der private Haus- und Wohnungsbau wegen des günstigen Zinsumfelds noch stabil entwickelt, bleiben Aufträge der öffentlichen Hand aus. Denn die Kommunen, die für ein Drittel des Branchenumsatzes stehen, müssen in diesem Jahr mit erheblichen Steuerausfällen rechnen. Insofern fordert der Hauptverband, dass Bund und Länder die Kommunen mit Konjunkturprogrammen unterstützen. Denn der Modernisierungsbedarf ist nach wie vor hoch.

In den USA werden Umsatzrückgänge von 2% im Wohnungsbau und 7% im Bereich Gewerbeimmobilien prognostiziert. Die chinesische Bauwirtschaft ist dagegen dank staatlicher Unterstützung schon wieder auf Erholungskurs. Nicht zuletzt wegen des anhaltenden Urbanisierungstrends im Reich der Mitte sollte sich die positive Entwicklung in den kommenden Jahren fortsetzen.

Bauen muss schneller gehen

Ein großes Problem ist, dass Bauen in Deutschland immer noch zu lange dauert. Um den stockenden Ausbau von Infrastrukturprojekten zu beschleunigen, hat die Wirtschaft eine Reihe von Maßnahmen vorgeschlagen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hat dazu ein Papier veröffentlicht, das in 10 Punkten auflistet, wie die Plan- und Genehmigungsverfahren von Infrastrukturprojekten beschleunigt werden könnten. Hauptforderung ist ein einheitliches Verfahren für alle Infrastrukturen, unabhängig davon, ob es um den Ausbau von Autobahnen, Eisenbahnschienen oder Energietrassen geht. Ob und wann die Vorschläge umgesetzt werden, ist offen.

Fazit

Neben den 3 Baustoffherstellern gefällt mir Geberit. Die Schweizer haben mit den Halbjahreszahlen erneut die Krisenfestigkeit ihres Geschäftsmodells unter Beweis gestellt.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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