Kobalt: Vielfältige Anwendungen lassen den Bedarf ständig steigen

Kobalt findet sowohl in metallischen als auch chemischen Anwendungen Verwendung. Das breite Einsatzspektrum führt dazu, dass der weltweite Bedarf an Kobalt ständig steigt. Lag der Bedarf 2007 noch bei 60.000 Tonnen, werden inzwischen schon 72.000 Tonnen benötigt. Dieser Entwicklung trägt auch die London Metal Exchange (LME) als führende Rohstoffbörse in Europa Rechnung. Sie plant für den Herbst 2009 auch das Kobalt als handelbaren Rohstoff zu listen.

Bei den Kobalt-Anwendungen wird zwischen den metallischen, den chemischen und den Metall/chemischen Anwendungen unterschieden. Metallische Anwendungen machen sich zumeist die Eigenschaft zu Nutze, dass ein Zusatz von Kobalt Metalle zu härten vermag. Harte Metalle stehen deshalb für 11%, Superlegierungen für stolze 22% und harte Oberflächen und andere Legierungen für 5,5% der Kobaltanwendungen.

Bei den chemischen Anwendungen dominieren die Katalysatoren. Sie kommen auf einen Anteil von 11%. Mit leichtem Abstand folgen die Bereiche Pigmente/Farben (9%) und Reifen, Seifen und Trockner, die 8% des Kobaltbedarfs ausmachen. Einen hohen Anteil nehmen mit immerhin noch 7% die Magnete ein, während andere Anwendungen nur auf 4,5% kommen. Das Segment der Metall/chemischen Anwendungen umfasst vor allem die Batterien- und Akkumulatorenherstellung. Sie steht für 22% des Bedarfs und nimmt damit einen ähnlich hohen Stellenwert ein wie die Superlegierungen im Bereich der metallischen Anwendungen.

Klassische und innovative Einsatzfelder

Fragt man nach den wichtigsten Hauptabnehmern für Kobalt, so treten insbesondere die Industrie- und Medizintechnik und die Umwelttechnik hervor. Die Einsatzfelder für Kobalt im Bereich der Industrie- und Medizintechnik sind sehr vielfältig. Sie reichen von Geräten, die besonders hart und widerstandsfähig sein müssen wie Bohrköpfe, Kugellager, medizinische Gelenke und Implantate, umfassen die Zahnmedizin, die Herstellung von Farben und Reifen, schließen aber auch Nahrungsmittel wie Tierfutter mit ein. Dank dieses breiten Spektrums steht das Segment für 36% der gesamten Kobaltnachfrage.

Knapp dahinter folgt mit 33% der Nachfrage der Bereich Umwelt. Hier sorgen vor allem Solar Module, wiederaufladbare Batterien und Akkumulatoren und die Brennstoffzellentechnik für eine starke Nachfrage. Aber auch die Ölentschwefelung und innovative Techniken wie die Wasserstoffspeicherung, 42V Batterien und die Hybridfahrzeuge fallen in diesen Bereich.

Eine starke Stellung haben mit 22% der Nachfrage noch die strategischen Abnehmer inne. Sie benötigen das Kobalt für die Herstellung von Düsentriebwerken und Turbinenschaufeln. Das vom Bedarf her schwächste Segment stellt die Elektronik dar. Kobalt kommt hier in Antrieben, Computerfestplatten, Mobiltelefonen, Speicherchips und der Satellitentechnik zum Einsatz.

Der Bedarf an hochreinem Kobalt nimmt zu

In den vergangenen Jahren sind viele neue Technologien und Anwendungen auf den Markt gekommen, die vor allem das hochreine Kobalt der Güteklasse I. nachfragen. Sie machen inzwischen bereits 26% der gesamten Kobaltnachfrage aus. Da das hochreine Kobalt der Reinheitsklasse I. mit deutlichen Preisaufschlägen zum weniger reinen Kobalt der Klassen II. bis IV. gehandelt wird, ist es für ein Unternehmen wie Formation Capital Corp., das in Kürze als dritter Anbieter neben Xstrata und Vale in diesen Markt eintreten will, besonders lukrativ seine Produktion möglichst schnell aufzubauen.

Es sind vor allem neuartige Metalllegierungen für die Hochtechnologie, die den Bedarf an hochreinem Kobalt ausmachen. 75% werden von der Luftfahrtindustrie vor allem für den Triebwerksbau nachgefragt, weitere 15% werden für die Herstellung stationärer Turbinen in Kraftwerken benötigt, 6% in der Automobilindustrie, während die Öl- und Gasindustrie und die Werkzeugtechnik nur für 2% der Nachfrage nach hochreinem Kobalt stehen. Das Kobalt, insbesondere das hochreine der Güteklasse I., ist damit für die Produzenten ein Metall, das viele Chancen bietet und das auch wir Rohstoffinvestoren nicht vorschnell übersehen sollten.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Börsentag und grüße Sie herzlich

Ihr

Dr. Bernd Heim

14. Oktober 2009

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt