Können Sie mit Problemen umgehen?

Am liebsten würden wir viele Immobilien kaufen, deren Mieter immer pünktlich zahlen und wo auch sonst alles wie am Schnürchen läuft. Doch leider ist das nicht immer so. (Foto: Brian A Jackson / Shutterstock.com)

Ich selbst besitze einige Einheiten, bei denen ich seit Jahren nichts machen muss. Natürlich kann ich zur Versammlung einer Eigentümergemeinschaft gehen oder mich bei meinen Mietern erkundigen, ob alles in Ordnung ist. Aber es passiert einfach nichts, weshalb ich aktiv ein Problem lösen müsste oder mich die Einheiten anderweitig ungewollt in Beschlag nehmen würden.

Manchmal läuft es nicht rund

Im besten Falle läuft es wie oben geschildert. Natürlich wissen Sie und ich, dass immer „etwas“ passieren kann. Von ganz normal ausziehenden Mietern, über Reparaturen bis hin zum unverhofften Auftreten gravierender Mängel kann theoretisch alles eintreten. Oder eben auch nicht.

Diese Risiken zu kennen ist nicht tragisch, wir hoffen ja alle insgeheim, dass sie nie zur Realität werden. Wenn Sie aber plötzlich bei einem Haus jeden Monat 1.500 Euro negativen statt positivem Cashflow machen, ist das schon eine Hausnummer und eine unangenehme Situation. Und das nicht nur monetär. Die ganzen Probleme hinter dieser Entwicklung gehören ja abgestellt bzw. gelöst. Das ist immer mit viel Aufwand und Energie verbunden. Die psychische Belastung ist derweil immens.

Seit kurzem habe ich einen Fall, bei dem es um einen Streitwert von ca. 45.000 Euro geht. Kompletter Austausch der Heizungsanlage. Vorgenannte Kosten gehören zumindest komplett vorausgelegt, dazu kommen noch weitere Kosten für Anwalt und Gericht. Es gibt bzw. gab Investoren, die haben sich in ähnlichen Kategorien gleich zu Beginn komplett verhoben. Im Sinne von „wird schon gut gehen“ und gleichzeitig keinen Puffer in der Hinterhand.

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Der Alltag leidet

Je nachdem welche Einstellung Sie haben, können eingetretene Risiken einen enormen Einfluss auf Ihren Alltag haben. Sind Sie jemand, der über alles stundenlange grübeln kann? Sind Sie jemand, der nach Außen immer als erfolgreich wahrgenommen werden möchte? Wenn Sie eine oder beide Fragen mit „Ja“ beantwortet haben, dann könnten Ihnen größere Probleme wirklich nahe gehen.

Auch wenn es schon Jahre her ist, kann ich mich noch an die härteste Phase meines Investorendaseins erinnern. Statt einen schönen Überschuss zu verbuchen musste ich monatelang massiv draufzahlen. Plötzlich schwindete die gute Laune in vielen Situation und mein Auto fürs tägliche Pendeln war plötzlich ein völlig abgerockter Golf II der auch irgendwann einfach nicht mehr ansprang.

Das Gute damals: Auch wenn ich viel gegrübelt und mich geärgert hatte, war es mir zumindest egal, wie ich wahrgenommen werde. Hätte ich nicht den fahrbaren Untersatz gewechselt und den Verkaufserlös zur Abfederung der Ausgaben verwendet, wären die Probleme noch größer geworden.

Mein Rat an Sie

Überlegen Sie vor dem Kauf, welche Risiken beim Objekt der Begierde realistischerweise eintreten können und ob Sie das Eintreten verkraften können. Monetär und mental. Bleiben Sie – zumindest bis Sie eine gewisse Größe oder einen gewissen Verschuldungsgrad erreicht haben – bescheiden. Und sparen Sie Rücklagen für Ihre Investments an.


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Von: Christian Marchner. Über den Autor

Christian Marchners Start in den Immobilienmarkt liegt nun fast 10 Jahre zurück. Heute konzentriert er sich vor allem auf Wachstumsmärkte. Dort setzt er vor allem auf eine langfristig positive Entwicklung in Bezug auf Miet- und Kaufpreise.

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