Kommentar: Angst vorm Investieren in Sachwerte-Fonds

Fonds, Sachwerte-Fonds, mögen auf dem ersten Blick als interessante Investition erscheinen, entpuppen sich aber als Mogelpackung. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Inzwischen gibt es immer mehr Angebote am Finanzmarkt, die der drohenden Inflation entgegentreten. Richtig so.

Traurig nur, dass unter dem Schutzschild „Sachwert“ auch kuriose Produkte wie sogar ein prominent beworbener DWS-Fonds auftauchen. Nicht investieren! – ein klares Urteil nach dieser Analyse…

DWS-Fonds investiert unter anderem in Anleihen

Es geht um den Fonds „DWS Sachwerte“. Fonds Sachwerte sind meinem Verständnis nach klar definiert: keine Schulden, sondern physisch vorhandene, sozusagen anfaßbare Wertgegenstände.

Aus einem Interview mit Hansjörg Pack, seines Zeichens Manager des DWS Sachwerte: „Bei galoppierender Inflation oder Deflation würden wir Anleihen, aber auch Gold höher gewichten“.

Nicht in Anleihen investieren

GeVestor meint: diese Aussage reicht bereits. Es ist ein Mischfonds, nichts anderes. Das ist weder verboten, noch muss es schlecht rentieren. Aber: dies ist kein Sachwertfonds, sondern dementsprechend eine Mogelpackung. Wahrscheinlich die größte am Markt.

Wer in einen Fonds investieren möchte, kann einfach zum „Blackrock World Global Funds“ greifen und beteiligt sich damit an Minenunternehmen. Dies ist ein Baustein in einem Sachwert-Depot. WKN: 974119.

Zum Abschluss schließlich an dieser Stelle noch ein paar ganz persönliche Worte zum Thema „Sachwerte“:

Sachwerte – der Große Unterschied

Sachwerte gegen die Inflation. Schnell geschrieben und schnell gelesen. In vielen Beiträgen verschiedener Medien jedoch fiel mir auf: einige wissen gar nicht, wovon die Rede ist.

Was der entscheidende Vorteil der nächsten Jahre(!) sein wird. Und warum wir Sachwerte empfehlen.

So einfach: Sachwerte sind knapp

Sachwerte schützen gegen die kommende Inflation. Die Botschaft ist einfach, richtig und historisch belegt. Noch immer wollen es viele nicht richtig verstehen, oder sie können es nicht. Seltsame Einteilungen von Sachwerten beispielsweise finden sich in etlichen Magazinen, die Zertifikate bewerben.

Zertifikate sind Schuldverschreibungen, geliehendes Geld, keine Sachwerte. Ganz einfach. Hier meine kleine Faustformel:

Sachwerte sind knappe Güter, die in Produktionsprozesse einfließen können. Mehr nicht. Wichtig ist: die Güter sind knapp, das heißt – endlich. Das macht sie in der Inflation (übrigens: auch in anderen Marktphasen) wertvoll.

Geld kann man kostengünstig zu produzieren

Der entscheidende Unterschied zum Geld in allen erdenklichen Variationen: es gibt niemanden, der per Entscheid ohne Kosten Sachwerte einfach vermehren kann. Geld etwa kann eine Notenbank einfach (nahezu ohne Produktionskosten) vermehren.

„Drucken“ durch Anleihen, vermehren durch die Kreditvergabe der Banken – es ist beliebig. Schulden durch Bankanleihen: prinzipiell sind diese nur so lange stabil, als es nicht immer mehr Geld gibt.

Sachwerte und damit knapp sind: Diamanten, Immobilien, Gold, Silber, Maschinen und so fort. Wenn Sachwerte immer mehr Papiergeld gegenübersteht, steigen die Preise. Inflation kommt. Ganz einfach.

In solchen Situationen habe ich lieber die Sachwerte. So, wie auch Aktien es sind.

GeVestor meint und empfiehlt: Unternehmensbeteiligungen (wie Aktien) sind Anteile an „knappen“ Vermögen. Einzige Voraussetzung: das Unternehmen hat Sachwerte als Vermögen und nicht nur Forderungen gegen „Papiergeld“. Mit anderen Worten: prüfen Sie die Substanz.

Oder lassen Sie prüfen. Etwa durch Research-Häuser, die viel Zeit und Erfahrung in die Bilanzanalyse investieren. Unternehmen vor Ort besuchen, sich alles ansehen und(!) mit Vorstandsmitgliedern sprechen.

Etwa unsere Nebenwerte-Spezialisten, deren Empfehlungen Sie sich hier gleich zum kostenfreien Test herunterladen können.

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Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.