Kommt Daimler wieder auf die Überholspur?

Die Wochen waren für die Aktionäre alles andere als langweilig: Erst drückte die Griechenlandkrise auf die Stimmung, dann – kaum, dass es dort eine Lösung gab – vermeldete China schlechte Konjunkturaussichten.

Gerade jene Unternehmen, die im Reich der Mitte sehr aktiv sind, wurden in Mitleidenschaft gezogen. Zum Teil zu Unrecht, wie das Beispiel Daimler zeigt.

China-Absatzzahlen überzeugen

Vor dem Start der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt zieht die Automobilbranche ohnehin die Blicke auf sich. Doch die Absatzzahlen, die Daimler am Freitag bezüglich China vorlegte, hoben sich von den üblichen Meldungen ab und waren schon eindrucksvoll.

Von einer China-Schwäche ist hier nicht viel zu erkennen. So verkaufte der Konzern im vergangenen Monat 32.763 Modelle der Marke Mercedes-Benz – dies entspricht einem Zuwachs von 53%.

Marktbeobachtern zufolge kommt dieses Plus vor allem dadurch zustande, da Daimler später als die Mitbewerber auf den wichtigsten Automarkt der Welt gekommen war.

Somit konnte der allgemeinen Tendenz getrotzt werden – und die Aussichten der Vereinigung der chinesischen Autohersteller (CAAM) scheinen für Daimler weiterhin nicht zu gelten: Die Vereinigung hatte die Prognose für den Absatz auf dem weltgrößten Fahrzeugmarkt in diesem Jahr jüngst von bisher 7 auf nur noch 3% gesenkt.

Allgemein scheint diese Aussicht treffend zu sein – denn bis Ende Juli konnte die Zahl der verkauften Autos zwar zulegen – im August gab es aber – gegenüber den Zahlen des Vorjahres – einen Rückgang.

Prognose für China steht

Das scheint die Stuttgarter aber kaum zu stören: Insgesamt will Daimler 2015 „deutlich mehr als 300 000 Autos“ verkaufen. Dieses Ziel scheint nicht zu hoch gegriffen – bis Ende Augst waren es bereits rund 230.000 Fahrzeuge, was einem Plus von 28% entspricht.

Bus-Boom beflügelt zusätzlich

Doch nicht nur China sorgt derzeit für positive Mienen in der Konzernzentrale von Daimler. Auch der Fernbus-Boom in Deutschland ist für so manche positive Überraschung gut: So werden inzwischen jährlich 200 bis 250 Busse an Fernbus-Anbieter verkauft.

Im Mai war noch die Rede von 100 bis 150 Fahrzeugen gewesen. Und dieser Boom dürfte sich fortsetzen, denn der Markt in Europa steht kurz vor der Öffnung. Weitere Absatzsteigerungen sind daher in dem Bussegment wahrscheinlich.

Solide Aktie mit guten Kennzahlen

Insgesamt stehen die Zeichen für die weitere Entwicklung bei Daimler auf Grün. Der jüngste Kursrutsch könnte in Anbetracht der guten Geschäfte schon bald zu einer Gegenbewegung kommen. Mit einem KGV von rund 10 und einer Dividendenrendite von mehr als 3,5% gibt es weitere Kaufargumente für den deutschen Standardwert.

7. September 2015

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Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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