Kommt der kanadische Immobilienmarkt unter Druck?

In deutschen Landen ist der Hype am Immobilienmarkt immer noch nicht beendet. Derweil deutet sich in Kanada eine massive Wende an. (Foto: kurhan / Shutterstock.com)

Noch immer grassiert in Deutschland das Immobilienfieber. Es werden weiter munter steigende Preise für Mieten, Wohnungen und Häuser erwartet. Insofern sind sich fast alle „Experten“ sicher. Hintergrund dieser Entwicklung ist ja, dass den Experten zufolge die Nachfrage nach Wohnimmobilien stetig steigt – vor allem in den Metropolregionen.

Wir hatten hier schon im Spätsommer 2017 klar aufgezeigt, dass am kanadischen Immobilienmarkt, der über Jahre hinweg ebenso wie der deutsche Markt heiß lief, erste dunkle Wolken aufziehen. Insbesondere aus dem Großraum Toronto kamen damals schlechte Nachrichten. Jüngst gab es weitere klare Anzeichen dafür, dass womöglich das Jahr 2018 zumindest am kanadischen Immobilienmarkt ein Wendejahr werden wird.

Dramatischer Rückgang der Verkäufe bestehender Häuser

Fakt ist jedenfalls, dass der kanadischen Immobilien-Vereinigung zufolge die Zahl der Verkäufe bei bestehenden Häusern von Dezember auf Januar um 14,5 Prozent regelrecht einbrach. Dabei handelt es sich um einen Absturz, den es so in der Geschichte noch nie gab.

Hinzu kam ferner, dass die Zahl der am Markt neu angebotenen Häuser im Monatsvergleich um sage und schreibe 21,6 Prozent kollabierte. Dabei handelte es sich um das niedrigste Niveau seit dem Jahr 2009. Interessant ist in dem Kontext, dass der Verband anmerkt, dass die Rückgänge besonders in den großen Metropolregionen stark ausfielen.

Preisrückgang in Toronto

Schauen wir uns an der Stelle nur das Beispiel der oben bereits erwähnten Großstadt Toronto kurz an. Die Zahl verkaufter Häuser fiel dort im Monatsvergleich um sage und schreibe 27 Prozent. Der Rückgang fiel deutlich stärker als im Landesdurchschnitt aus. Hinzu kommt ferner, dass auch die Preise fielen. Und zwar um 4,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das ist schon ein Wort und deutet darauf hin, dass das Ende der Immobilien-Fahnenstange zumindest in Kanada nunmehr erreicht sein dürfte.

Ja, liebe Leser, vielleicht lag es ja an neuen, schärferen staatlichen Regeln für die Immobilienkreditvergabe, dass der kanadische Immobilienmarkt im Januar unter Druck kam. Die neuen Regeln gelten ja seit dem ersten Januar 2018. Gut möglich, dass das neue Regelwerk die berühmte Nadel war und ist, die die Blase nun zum Platzen bringen wird.

Wir werden uns weiter die Lage in Kanada sehr genau ansehen. Sicher ist, dass am Ende auch in deutschen Landen die Übertreibungen korrigiert werden müssen. Je später dies der Fall sein wird, umso heftiger dürfte danach das Wehklagen werden. Nach wie vor raten wir von reinen Investments in den völlig überteuerten deutschen Ballungsräumen strikt ab.


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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.