Kommt dieser Wert bald zurück?

Mann Kurse Zettel Rechner Tisch – Rawpixel.com – shutterstock_613049738

Comeback-Titel oder auch Turnaround-Werte haben ihren Reiz. Doch oft sollten Privatanleger die Finger von derartigen Spekulationen lassen. Warum? Lesen Sie weiter! (Foto: Rawpixel.com / Shutterstock.com)

Das zarte Konjunkturpflänzchen ist dank Corona welk geworden. Titel aus dem Bereich Stahl sind daher alles andere als vielversprechend. Doch bieten ausgewählte Werte womöglich die Chance auf ein Comeback? Wer Comeback-Chancen wahrnehmen will, sollte zunächst die fundamentale Situation bei Unternehmen bewerten. Genau das haben wir bei der Aktie von Salzgitter gemacht. Wie es um den Wert steht? Lesen Sie unsere Analyse und erfahren Sie es!

Salzgitter als Problemfall

Salzgitter gehört zu den größten Stahltechnologie-Konzernen Europas. In Deutschland ist das Unternehmen hinter thyssenkrupp die Nummer 2. Im Bereich Großrohre ist Salzgitter nach der Übernahme der Mannesmannröhren-Werke (MRW) Weltmarktführer. Die Produktpalette umfasst Flachstahlprodukte, Träger, Grobbleche sowie nahtlose und geschweißte Rohre in allen Dimensionen.  Die im Jahresverlauf 2019 nachgebenden Walzstahlerlöse bei zeitweise stark gestiegenen Eisenerzkosten sowie die rückläufige Nachfrage nicht nur aus dem Automobilsektor belasteten vor allem die stahlerzeugenden Konzerne.

So verringerte sich der Umsatz in den ersten 9 Monaten um 4,2% auf 6,64 Mrd €. Der Vorsteuergewinn (EBT) brach von 284,6 auf 40,7 Mio € ein. Unterm Strich fiel ein Verlust von rund 30 Mio € an. Allerdings beinhaltet das EBT 141 Mio € Risikovorsorge im Zusammenhang mit der angestrebten Beendigung von Ermittlungsverfahren zu mutmaßlichen Kartellabsprachen bei Grobblech und Flachstahlerzeugnissen wie auch 48,8 Mio € Rückstellungsauflösungen in den Sparten Flachstahl und Grobblech/Profilstahl.

So sollten Sie die Aktie sehen!

Der Auftragseingang der Sparte Flachstahl entwickelte sich parallel zum Trend in der europäischen Stahlindustrie und gab etwas nach. Die Rohstahlproduktion lag geringfügig unter dem Vorjahr, während die Walzstahlerzeugung stabil blieb. Die KHS-Gruppe als größter Bereich der Sparte Technologie entwickelte sich weiterhin erfreulich. Der Auftragseingang dieses Bereiches erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr und stellte sich somit erfolgreich gegen den Markttrend. 2019 erwartet Salzgitter einen Verlust von 123 Mio €.

Bisher wurde ein Gewinn zwischen 125 und 165 Mio € in Aussicht gestellt. Grund für die Korrektur ist nicht nur die schwache Konjunktur, sondern auch die Risikovorsorge für ein seit 2017 laufendes Ermittlungsverfahren des Bundeskartellamts. Bei Salzgitter überwiegen momentan ganz klar die Nachteile. Da kann auch die Dividendenrendite von 2,6% das Ruder nicht mehr herumreißen. Auch wenn die Aktie bereits vor dem Corona-Crash deutlich zurückgekommen ist, glauben wir nicht daran, dass ein Comeback der Aktie wirklich nachhaltig wäre. Der Wert verspricht aktuell zu wenig. Lassen Sie besser die Finger weg!

Mann Kurse Zettel Rechner Tisch – Rawpixel.com – shutterstock_613049738

Wachsende Stahlnachfrage in EuropaDer Boom im Rohstoffsektor wurde durch den Ausbruch der Finanzkrise unterbrochen, doch in der Stahlbranche gibt es ein Licht am Ende des Tunnels. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Volker Gelfarth. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz