Kommt es jetzt zum nächsten Übernahme-Boom?

Bei den aktuellen Geschehnissen am Rohstoffmarkt ist es kaum verwunderlich, dass es nur wenige neue Übernahmen und Fusionen gibt.

Dafür ist das Kursniveau vieler Rohstoffe viel zu niedrig. Es lohnt sich eben nicht für viele Rohstofffirmen ihr Portfolio noch zu erweitern. Doch hier ist eine Ausnahme.

Der US Minenkonzern Hecla Mining hat ein Übernahmeangebot für Revett Mining abgegeben. Das Angebot wird auf Aktienbasis abgewickelt und gibt dem Unternehmen einen Wert von 20 Millionen Dollar.

Was diese kleine Übernahme direkt sehr spannend macht, ist die unmittelbare Reaktion einiger Rechtsanwalts-Kanzleien auf diese Übernahme.

Nach Ansicht verschiedener Kanzleien ist das abgegebene Angebot zu gering. Damit steht das Management von Revett Mining nun in der Kritik, eben nicht das Optimum für die Aktionäre bei diesem Übernahme herauszuholen.

Sollte die Übernahme dennoch gelingen, sichert sich Hecla Mining ein spannendes neues Entwicklungsprojekt.

Beim Rock Creek Projekt in Montana gibt‘s immerhin schon eine angedeutete Ressource von 229.000.000 Unzen Silber und 2 Milliarden Pfund Kupfer. Die Übernahme sieht Philips Baker, der CEO von Hecla Mining, als ganz klare Investition in die Zukunft. Er erwartet ein ähnliches Potenzial wie bei Greens Creek.

Hecla Mining  setzt ganz klar auf die Zukunft

Bei dieser Mine in Alaska ist Hecla Mining schon seit 1997 aktiv und das bei einer ähnlichen Struktur des Vorkommens. Hecla will auf jeden Fall für das neue Projekte die Genehmigungen aktiv vorantreiben.

Ein Blick auf den Chart von Revett Mining zeigt ganz, dass Hecla Mining dieses Projekt sehr günstig einkauft. Seit Mitte Januar notiert die Revett Mining Aktie im Bereich von 0,50 Dollar und  hat sich kaum noch bewegt. Es ist mit Abstand das niedrigste Kursniveau seit zwei Jahren.

Neben dem Entwicklungsprojekt besitzt Revett Mining auch noch die Troy Mine. Diese kleine Miene brachte bis zuletzt einen passablen Cashflow, um die Explorationsprojekt voranzutreiben. Dies ist eine gängige Praxis in der Rohstoffbranche. Doch im Januar meldete Revett Mining das temporäre Aus für die Troy Mine.

Seitdem wird dort kein Silber mehr produziert, weil dort auf dem aktuellen Preisniveau keine ertragreiche Produktion mehr möglich ist. Wie Sie sich vorstellen können, sackte der Aktienkurs von Revett Mining danach in den Keller und hat sich bis jetzt auch nicht wieder erholt.

Ich bin mir sicher, dass wir noch viele solcher Storys in den nächsten Monaten hören werden. Das Geschäftsmodell mit kleinen Minen, die neue Miene finanzieren sollen haben bis jetzt noch zahlreiche Unternehmen im Fokus.

Doch sollten sich der Preise der Edelmetalle kurzzeitig nicht erholen, steht genau  diese Strategie vor großen Herausforderungen. Das wird dann weitere Übernahmechancen für größere Unternehmen bringen.

30. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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