Kommt jetzt die Jahresendrally?

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Die Annäherung zwischen den USA und China hat an den Börsen zu Aufschlägen geführt. Die Chancen für eine Jahresendrally sind gestiegen. (Foto: Jirapong Manustrong / Shutterstock.com)

Der Handelskonflikt, den US-Präsident Donald Trump mit Europa und mit China angezettelt hatte, schwebte bislang im gesamten Börsenjahr 2018 wie ein Damoklesschwert über den Aktienmärkten. Während sich die Wall Street recht stabil präsentierte, geht es beim heimischen DAX seit dem Ende Januar erreichten Allzeithoch unter Schwankungen mehr oder weniger stetig bergab.

Das könnte sich jetzt ändern. Denn die Gespräche zwischen Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping am Wochenende führten immerhin zu einem “Waffenstillstand”.

USA und China nähern sich im Handelsstreit an

Trump und Xi Jinping trafen sich am Rande des G20-Gipfels in Buenos Aires zu Gesprächen. Eine endgültige Einigung im Streit um die Strafzölle gab es zwar nicht. Doch damit war auch nicht zu rechnen. Immerhin haben sich die Streithähne angenähert.

Die USA verzichten darauf, am 1. Januar die verhängten Strafzölle auf chinesische Importe im Wert von 200 Mrd. Dollar von derzeit 10% auf 25% zu erhöhen. Die beiden Parteien vereinbarten eine Pause von 90 Tagen im Handelsstreit. In dieser Zeit soll es keine Zölle auf weitere Einfuhren geben. Im Gegenzug kauft China mehr US-Produkte. Gleichzeitig sollen die Verhandlungen fortgeführt werden.

Aktienmärkte reagieren positiv

Eine endgültige Lösung steht zwar noch aus. Unter dem Strich brachte das Treffen ein erfreuliches Ergebnis – und mehr, als die meisten Anleger vermutlich erwartet hatten. Doch was bedeutet das für die Aktienmärkte?

Die reagierten zunächst mit Gewinnen auf die überraschende Annäherung. Der DAX gab gegenüber seinem Tageshoch bei 11.567 Punkten zwar wieder rund 100 Zähler ab, schloss aber mit einem Tagesplus von 1,9%. Etwas verhaltener fiel die Reaktion an der Wall Street aus. Der Dow Jones und der S&P 500 verbesserten sich jeweils um gut 1%. Der Technologieindex Nasdaq 100 legte um 1,6% zu.

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(Noch) kein Befreiungsschlag

Der erhoffte Befreiungsschlag war das also noch nicht. Der DAX ist von einer nachhaltigen Trendwende nach wie vor weit entfernt. In den USA haben sich die Chancen für ein Ende der jüngsten Marktkorrektur hingegen deutlich verbessert.

Der S&P 500 übersprang gestern die 200-Tage-Linie, die der Dow Jones bereits in der vergangenen Woche überwunden hatte. Und dem Nasdaq 100 fehlen bis zu der Gleitenden Durchschnittslinie, die den mittelfristigen Trend anzeigt, nur noch wenige Pünktchen.

Nasdaq 100 hat die kurzfristige Abwärtstrendlinie überwunden

Auch wenn der Sprung über die 200-Tage-Linie (noch) ausblieb, hat sich die Lage auch bei dem Technologie-Index aufgehellt. Mit dem gestrigen Anstieg wurde nämlich die kurzfristige, vom Allzeithoch von Anfang Oktober ausgehende Abwärtstrendlinie klar überwunden.

Gelingt nun noch die Rückkehr über die 200-Tage-Linie und den Widerstand bei rund 7.200 Punkten, steht einer Fortsetzung des übergeordneten Aufwärtstrends – und damit einer Jahresendrally – nichts mehr im Wege.

Die US-Börsen sind also auf einem guten Weg, die Korrektur hinter sich zu lassen. Für Sie als Anleger heißt das: Sie sollten noch nicht Ihr gesamtes Kapital investieren. Das eine oder andere gezielte Investment in aussichtsreiche Einzelwerte bietet sich aber bereits an. Amerikanische Aktien bleiben dabei derzeit weiterhin erste Wahl.


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Michael Kelnberger
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.