Kommt nach dem Wochenende der Knall? Dieser Chart sagt Ja!

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DAX geht unentschlossen aus dem Handel. Vor der Europawahl sind alle Ergebnisse für Montag möglich. Der DAX wird in eine Richtung ausbrechen. In welche? (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Die Handelsspanne des DAX wird immer enger. Zwischen Abwärtstrend und Unterstützung gefangen, schreit es nach einer Auflösung nach dem Wochenende. Doch in welche Richtung geht es?

Schauen wir uns gleich den Stundenchart der letzten Tage an. Die Kurse hangeln sich entlang der Abwärtstrendlinie nach unten. Bei etwa 11.990 Punkten gab es schon mehrmals Gegenwehr.

Ein derart fallendes Dreieck wird in den meisten Fällen nach unten aufgelöst. Es handelt sich hierbei um ein bärisches Chartmuster. Das heißt natürlich nicht, dass wir nächste Woche unter 11.850 notieren müssen. Die Chance ist jedoch durchaus gegeben.

Sie kennen das. Die politischen Börsen machen mit den Kursen, was sie wollen. Sollte es positive Überraschungen bei der Europawahl am Wochenende geben und vielleicht erwähnt Trump, dass ein Deal mit China wieder möglich ist, so könnten wir am Montag mit einem Aufwärtsgap in den Handel starten. Ist beides nicht der Fall, wäre ein weiteres Abrutschen auch denkbar.

Die Charttechnik hilft Ihnen wichtige Punkte und Trends zu erkennen. Sie verrät Ihnen aber nicht, wie die Wahlen ausgehen oder welche Folgen sie haben. Als Trump gewählt wurde, stürzte der Aktienmarkt in den USA auch kurzzeitig ab. Nur um einen Tag später schon wieder wesentlich höher zu notieren und danach von Allzeithoch zu Allzeithoch zu springen.

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Auf dem Papier sind die Anzeichen erst einmal bullisch. Die Rezessions-Indikatoren bestätigen das auch. Der eskalierende Handelskrieg hilft ganz sicher auch nicht. Das Thema Iran ist auch noch nicht vom Tisch. Und dazu kommt jetzt noch eine Wahl in ganz Europa, die auch noch ein paar Ergebnisse auf den Kopf stellen kann. Ich bin gespannt, wie die Altparteien ihre vermeintlichen Niederlagen am Sonntagabend verkaufen werden.

Aus charttechnischer Sicht wäre es übrigens auch völlig in Ordnung, wenn wir das Jahreshoch im DAX schon gesehen hätten. Wir könnten jetzt seitwärts oder auch abwärts bis 10.400 verlaufen und alles wäre noch im Rahmen. Aber so schlimm wird es kaum kommen.

Die Notbremsen im Markt: Warum die Kurse nicht mehr crashen können

Gehen Sie einfach einmal von mittelfristig steigenden Kursen aus. Klar, es kann noch einmal etwas nach unten gehen, aber allzu sehr wird nicht erlaubt sein. Denn einerseits haben wir Trump, dem die Aktienkurse enorm wichtig sind. Wenn es hier bröckelt, wird er alles Mögliche unternehmen, um die Kurse wieder nach oben zu dirigieren. Im Extremfall könnte er sogar dem Deal mit China zustimmen und es trotzdem als Erfolg verkaufen.

Sollte das nicht reichen oder Trump verzichtet auf die Kursstütze, haben wir immer noch die US-Notenbank. Die FED hat bereits durchblicken lassen, dass sie die angehobenen Zinsen auch wieder senken könnte. Dazu müsste der Markt vermutlich 15-20 Prozent abgeben, bis die FED einschreitet. Gesenkte Zinsen zieht Geld aus den Anleihemärkten und schiebt es in die Aktienmärkte. Somit steigen die wichtigen Indizes wieder und alles ist im Lot. Alles natürlich nicht. Früher durfte der Markt sich noch selbst regulieren.

Das ist heute verboten. Der bereinigende Crash wird immer wieder verschoben. Somit wäre es tatsächlich überraschend, wenn der S&P 500 oder sogar der DAX auf ein neues Mehrjahrestief fallen würden. Die FED breitet zur Not ein Trampolin aus, auf dem die Kurse wieder nach oben geschossen werden. Das geht auch nur, weil die US-Zinsen bereits angehoben wurden. Unsere EZB steht vergleichsweise mit dem Rücken zur Wand und könnte einen großen Knall nicht so leicht verhindern.

Am Montag wissen wir mehr. Nicht nur, wer die Europawahl gewonnen hat, sondern auch, in welche Richtung der DAX ausgebüxt ist.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.