Kommt nächste Woche der Knall? Ihre große DAX-Analyse zur Saisonalität

DAX Anzeigetafel RED – Deutsche Börse AG

Der September ist in der ersten Hälfte in Wahljahren eher unspektakulär. Dafür knallt es dann in den folgenden Wochen häufig. (Foto: Deutsche Börse AG)

Oh, der große Verfall steht diesen Freitag an! Da wird es sicherlich wieder viel Bewegung davor geben. Von wegen! Schauen wir uns den DAX im Stundenchart an und wir werden sehen, dass hier eher Schlafwagen angesagt als Achterbahn.

DAX im Stundenchart

Die Bollinger Bänder habe ich Ihnen eingezeichnet. Viel langweiliger kann sich der DAX kaum in dieser extrem engen Seitwärtsphase bewegen.

Am Montag gab es einen Schuss nach oben. Der verpuffte und entpuppte sich als Bumerang. Sofort kamen die Kurse wieder zurück und pendelte weiterhin schön um die 20-Stundenlinie. Die erkennen Sie in der Mitte der Bollinger Bänder.

Sollten wir in den nächsten Stunden den unteren Bereich anlaufen, kann es davon wieder nach oben gehen. Dass dieses Spiel auf der Oberseite funktioniert, hat der Xetra-DAX in den vergangenen Tagen gezeigt. Und davor natürlich auch auf der Unterseite.

Die gute Nachricht: Nach dem großen Verfall am Freitag könnte dieser Knoten platzen, der die Kurse im Zaum hält. Oft werden nach dem Hexensabatt die Karten wieder neue gemischt.

DAX im Tageschart

Auch hier halten die Bollinger Bänder den DAX in Schach, allerdings in erster Linie auf der Oberseite. Die grünen Linien sind das große Corona-Gap zum Start der Krise. Das wurde immer noch nicht geschlossen.

Wir kämpfen aktuell wieder mit dem unteren Bereich dieser Kurslücke. Ein Anlauf an die 13.579 und darüber hinaus ist weiterhin möglich. Doch der DAX will nicht so recht. Es geht aber auch nicht abwärts. Die untere Trendlinie stützt weiterhin. In den nächsten Tagen verläuft diese bei 13.000 Punkten. Das bietet dann also einen guten Support. Sollten wir weiter in dem steigenden Keil verlaufen, muss der DAX in den kommenden Wochen das Gap schließen und Richtung 13.600 Punkte laufen.

Dass wir momentan derart auf der Stelle stehen, ist selbst für den DAX außergewöhnlich. Ja, der September ist in der ersten Hälfte in Wahljahren eher unspektakulär. Dafür knallt es dann in den folgenden Wochen häufig. Noch ist es also extrem ruhig. Wird es dafür bald extrem laut?

So verläuft der DAX in US-Wahljahren

Die Grafik kommt von Seasonax.com. Hier sehen Sie, dass der September beim DAX im Durchschnitt zu Beginn eher seitwärts und etwas aufwärts verläuft. So sieht unser Tageschart aktuell auch aus.

Doch der Absturz kommt dann laut diesen Durchschnittsdaten nach der 3. Woche im September, also nach dem großen Verfall. Darauf steuern wir jetzt eventuell auch zu. Dieser durchschnittliche Verlauf nimmt übrigens keine Rücksicht darauf, ob ein Präsident im Amt bleibt oder nicht.

Auch wenn der Absturz hier recht deutlich aussieht. Es sind im Mittel nur etwa 4 Prozent. Das würde der DAX auch überleben. Aktuell wären das gut 500 Punkte. Wenn wir weiterhin von diesen Durchschnittswerten ausgehen, könnte der DAX also ab nächster Woche von rund 13.300 auf 12.800 Punkte fallen im Oktober. Das klingt dann schon nicht mehr so dramatisch, oder?

Vor allem würden wir dann bis Ende des Jahres wieder auf 13.300 Punkte steigen, wenn wir uns an diese Statistik halten. Natürlich verläuft kein Wahljahr exakt so. Sie sehen im März einen extremen Einbruch. Das liegt an Corona. Nehmen wir die letzten acht Wahljahre ohne 2020, sieht der Durchschnitt nämlich so aus:

Da gibt es dann immer noch einen Abverkauf Ende September und trotzdem stehen wir Ende des Jahres wieder dort, wo wir jetzt stehen. Aber abwarten, was die Wahl bringt. Laut den Wettquoten ist es immer noch ein Kopf an Kopf Rennen zwischen Biden und Trump.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

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