Konglomerate sind besser als der Index

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Entscheidend für den langfristigen Erfolg der Konglomerate ist der Erfolg der Beteiligungsgesellschaften. (Foto: katjen / Shutterstock.com)

Die Entwicklung der Konglomerate ist oft mit dem Gesamtmarkt vergleichbar, da ihr branchenübergreifender Investmentansatz ein breites Spektrum an Unternehmen und Geschäftsbereichen abdeckt. Eine Korrelation zwischen dem Gesamtmarkt und dem Unternehmensportfolio ist deshalb nicht verwunderlich. So sagt Warren Buffett selbst, dass sich die Performance von Berkshire Hathaway immer stärker an den S&P 500 annähern wird. Langfristig schlagen erfolgreiche Konglomerate aber oft ihren Vergleichsindex.

Denn eine breite Beteiligungsgesellschaft bringt zahlreiche Vorteile mit sich. Zunächst können erfolgreiche und weniger erfolgreiche Tochtergesellschaften quersubventioniert werden und sich gegenseitig über eine Durststrecke hinweghelfen. Das unternehmerische Risiko wird verringert. Dabei können die anfallenden Kosten steuerlich ausgewiesen und die Gewinne reinvestiert werden. Ein Konglomerat arbeitet also mit den Bruttoeinnahmen.

Auf der Suche nach einem profitablen Einstieg

Entscheidend für den langfristigen Erfolg der Konglomerate ist der Erfolg der Beteiligungsgesellschaften. Hier zahlt sich Weitsicht aus, indem die Auf- und Abwärtsphasen des Marktes möglichst strategisch genutzt werden. Konglomerate, die in konjunkturellen Abwärtsphasen günstig expandieren, werden in Aufwärtsphasen weit überdurchschnittliche Gewinne erzielen.

Berkshire hatte zuletzt seine Beteiligungen an Amazon und seinen Bankwerten wie der Bank of America aufgestockt. Buffett sitzt derzeit auf 128 Mrd. $ an Bargeldreserven und wartet auf die nächste große Investmentchance. Auf der Hauptversammlung in Omaha sprach er bildlich von einem geladenen Gewehr, das nur noch auf den weißen Elefanten wartet.

Auch Aurelius ist derzeit auf der Suche nach neuen Beteiligungen. Geld ist genügend vorhanden. Mit den letzten Exits hat sich das operative Ergebnis mehr als verfünffacht. Auch die Deutsche Beteiligungs AG befindet sich in einer Investitionsphase, in der neue Unternehmen in das Portfolio aufgenommen und bestehende Projekte realisiert werden. Kurz nach dem Stichtag wurden zwei richtungsweisende Unternehmensverkäufe abgeschlossen, die einen Sondergewinn von 14 Mio. € eingebracht haben.

Hohe Investitionen müssen sich langfristig auszahlen

Andere Konglomerate haben ihre neuen Beteiligungen bereits gefunden. So hatte 3M zuletzt das Medizintechnikunternehmen Acelity für rund 6,7 Mrd. $ übernommen. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben ein führendes Unternehmen für die Wundversorgung und soll künftig die Gesundheits-Sparte von 3M unterstützen.

Die größten Schlagzeilen machte SoftBank. Neben dem Einstieg bei Wirecard rettete SoftBank den Büroraum-Anbieter WeWork, der wegen seines geplatzten Börsendebüts in Schwierigkeiten geraten war. SoftBank investierte über Darlehen und Anteilskäufe knapp 9,5 Mrd. $ und zählt jetzt zu den wichtigsten Investoren. WeWork bietet flexible Büroflächen, die einzeln oder als Gruppe genutzt werden können. Das Unternehmen schreibt hohe Verluste und wechselte zuletzt seinen Vorstand aus. Ob sich das risikoreiche Investment für SoftBank auszahlen wird, muss sich langfristig erst noch herausstellen.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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