Konglomerate zählen zu den Corona-Gewinnern

3M – RED Katherine ado

Während die Corona-Krise vielen Unternehmen zu schaffen macht, gibt es Konglomerate, die von der Situation profitieren. (Foto: Katherine / Adobe Stock)

Für die allermeisten Unternehmen stellt die Corona-Krise eine schwierige Herausforderung dar. Bei einigen Unternehmen geht es um die schlichte Existenz. Wenige Unternehmen zählen dagegen zu den Gewinnern. Sie konnten die Ausnahmesituation sogar für sich nutzen. Dazu zählen die beiden Konglomerate 3M und Danaher, die beide von ihrem starken Gesundheitsgeschäft profitierten.

3M zählt zu den Marktführern für medizinische Schutzbekleidung. Die Corona-Krise hat zu einem explosionsartigen Anstieg der Nachfrage geführt, die zeitweise nicht mehr bedient werden konnte. 3M hat im Gesundheitsbereich ein Umsatzplus von mehr als 25% erzielt, obwohl der Mund-Nasen-Schutz unter Normalbedingungen nur einen kleinen Teil des Geschäfts ausmacht. Neben dem starken Gesundheitsgeschäft konnten auch der Bereich Industrie und Sicherheit und die Konsumersparte mittlere einstellige Umsatzzuwächse vorweisen.

Noch besser lief es bei Danaher. Das Konglomerat konnte dank der Corona-Krise ein Umsatzplus von 19% auf rund 15,5 Mrd. $ erzielen. Das Umsatzplus bei der Diagnostiktochter Cepheid lag sogar bei 40%. Auch unterm Strich stieg der Gewinn um fast 40% auf 3,22 $ je Aktie. Besonders stark nachgefragt war der Radiometer, der bei der Diagnose und Behandlung von schwer erkrankten Covid-19-Patienten eingesetzt wird. Zudem half Danaher, Medizintechniklabore mit der notwendigen Ausrüstung auszustatten, um möglichst gut durch die Pandemie zu kommen.

Danaher kommt in der Corona- Krise eine Schlüsselrolle zu – wovon nicht nur die Bevölkerung, sondern auch die Aktionäre profitieren.

„Old Economy“ kämpft mit herben Rückschlägen

Dagegen trifft es die alten produzierenden Industrien besonders hart. Obwohl Deutschland besser durch die Pandemie zu kommen scheint als andere Länder, ist die hohe Abhängigkeit von der Automobilindustrie und Chemie-Branche allgegenwärtig. Beide Branchen sind sehr konjunkturanfällig und haben in schwachen Wirtschaftsjahren besonders unter der sinkenden Nachfrage zu kämpfen. Dazu befindet sich die Autoindustrie noch in einem strukturellen Wandel. Schwache Zahlen sind deshalb auch in den vor- und nachgelagerten Märkten nicht überraschend.

Die GESCO AG hatte trotz ihrer neuen Unternehmensstrategie NEXT LEVEL damit zu kämpfen, das Niveau des Vorjahres zu halten. Im 1. Halbjahr sank der Umsatz um fast ein Fünftel auf rund 237,6 Mio. €. Unterm Strich musste ein Verlust von 1,60 € je Aktie verbucht werden. Wichtige Kunden waren vom Lockdown in China und den USA betroffen, sodass auch GESCO mit Nachfrageeinbußen zu kämpfen hatte. Mit ähnlichen Schwierigkeiten hatte auch die INDUS Holding zu kämpfen.

Jetzt kommt die Zeit für die richtigen Investments

Nachdem der Akquisitionsmarkt zu Beginn der Pandemie praktisch zum Stillstand gekommen ist, beginnen jetzt die Marktkonsolidierungen. Vor allem kleinere oder hoch verschuldete Unternehmen können durch die Auswirkungen der Pandemie in Existenzkämpfe kommen. Selbst große Unternehmen wie die Lufthansa oder TUI kommen in ernsthafte Bedrängnis. Diese Notlagen kommen langfristigen Investoren zugute, die genau auf solche Szenarien gewartet haben.

Das beste Beispiel dafür ist Berkshire Hathaway. Warren Buffett wurde in den vergangenen Jahren stark kritisiert, weil die Bargeldreserven zu groß geworden sind und keine geeigneten Investments gefunden wurden. Mit dem drohenden zweiten Lockdown könnte sich die Weitsicht Buffetts abermals auszahlen. Kritiker werden verstummen.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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