Konjunktur: Die Schere zwischen Deutschland und Großbritannien

Die Konjunktur-Erwartungen für Deutschland sind im Juni um 2 Punkte gefallen – alles in die Rettungsbote! So schlimm ist es nun auch nicht: (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Die Konjunktur-Erwartungen für Deutschland sind im Juni um 2 Punkte gefallen – alles in die Rettungsbote!

So klingt es, wenn Analysten auf hohem Niveau jammern, nur weil „Experten“ einen leichten Anstieg erwartet hatten.

Ja, die Erwartungen gingen ein wenig zurück, allerdings befinden wir uns immer noch 18,6 Zähler im Plus – kein Grund zur Panik!

Konjunktur-Erwartungen Deutschland

Schauen wir uns einfach einmal an, wie sich die Erwartungen in den vergangenen Jahren verändert haben. Wie Sie sehen, befinden wir uns auf verhältnismäßig gutem Niveau.

Im Vorjahr war der Sommer besonders bitter und einmal sogar negativ! Wir sind aktuell bei 18,6 Punkten und weit davon entfernt.

chart1

Weit entfernt von 40 Punkten, wie im Mai 2015 sind wir aber auch. Dennoch gibt es derzeit keinen Grund den Kopf in den Sand zu stecken.

Insbesondere, weil die Eurozone auch einen soliden Verlauf anzeigt – und das hilft bekanntlich Deutschland ebenfalls.

Alleine gegen den Rest von Europa wird es immer schwierig. Mit dem passenden Rückenwind, sollten auch die Sommermonate bezwingbar sein.

Konjunktur-Erwartungen England

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu Sorgen. Erst die überraschende Wahl zum BrExit, dann das einbrechende britische Pfund.

Wieso sollten die Konjunktur-Erwartungen in England in dieser Lage auch besonders erfreulich sein?

V. a., wenn jetzt noch das Chaos bei der Regierungs-Bildung der ganzen Situation die (britische) Krone aufsetzt.

Wenig überraschend ist es demnach, dass die Konjunktur im vereinigten Königreich schon einmal bessere Zeiten gesehen hat.

Und dass sich daran etwas in Bälde ändert, glauben nicht einmal die größten Optimisten.

chart2

Natürlich war das Wahlergebnis bezüglich BrExit ein harter Einschnitt, wie der Chart deutlich zeigt. Dennoch lief es davor schon nicht rund.

Großbritannien befindet sich bei den Konjunktur-Erwartungen seit 2016 konstant im negativen Bereich und auch die kommenden Monate ist keine Besserung in Sicht.

Konjunktur-Erwartungen USA

Den Vorschuss hat Donald Trump langsam verspielt.

Während nach der Wahl die Erwartungen in die Höhe schossen, pendelt sich die Aussicht der konjunkturellen Lage langsam wieder auf das übliche Level bei 20 ein.

chart3

Somit sind die USA derzeit auf einem Niveau wie Deutschland, allerdings kommen beide aus unterschiedlichen Richtungen.

Das nächste halbe Jahr wird Aufschluss darüber geben, welche Wirtschaftsnation den richtigen Weg eingeschlagen hat.

Optionen handeln: Amerika oder Europa

Wenn wir schon so passend die Lager bei der Konjunktur betrachten, können wir auch einen Blick auf die unterschiedlichen Optionen werfen.

Denn hier gibt es 2 verschiedene Stile bei der Ausübung. Der Unterschied liegt darin, wann Sie als Anleger Ihre Option theoretisch in Aktien umwandeln können.

Die amerikanische Option besagt, dass Sie flexibel sind. Hier können Sie jeder Zeit, nach Lust und Laune – und natürlich bei passenden Kursen – Ihre Option ausüben.

Falls Sie dies einmal vorhaben sollten, ist es deshalb so wichtig eine amerikanische Option zu kaufen.

Anders verhält es sich bei der europäischen Option. Hier dürfen Sie nur entsprechende Aktien kaufen, wenn der Kontrakt abgerechnet wird.

Das bedeutet, ausschließlich am Verfallstermin haben Sie das Recht Ihre Option auszuüben. Damit gehen Sie natürlich ein großes Risiko ein, falls Sie eine Ausübung beabsichtigt haben.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.