Konjunkturelle Flaute kommt am deutschen Arbeitsmarkt an

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Der deutsche Arbeitsmarkt eilte in den vergangenen Jahren von Rekord zu Rekord. Aktuell zeichnet sich aber scharfer konjunktureller Gegenwind ab. (Foto: Rawpixel.com / Shutterstock.com)

Massenmedial wurde mit Blick auf den seit Jahren anhaltenden Aufschwung in deutschen Landen allen voran das „Wunder am Arbeitsmarkt“ gefeiert. Rekordbeschäftigung, händeringende Suche nach Fachkräften – das waren und sind insofern zum Teil immer noch die dominierenden Schlagzeilen. Manche Auguren sprachen schon von der Zeit anhaltender Vollbeschäftigung und riefen das Ende der Arbeitslosigkeit aus.

Spätestens dann, wenn vom Ende der Arbeitslosigkeit und ewigem Aufschwung die Rede ist, sollte man sehr hellhörig und vorsichtig werden. Meist ist dann die Wende hin zu einer schlechteren Entwicklung nicht mehr fern.

Erster Anstieg der Zahl der Arbeitslosen seit mehr als zwei Jahren

In der vergangenen Woche kamen von der Bundesagentur für Arbeit (BA) mit Sitz in Nürnberg jedenfalls neue Zahlen, von denen einmal mehr die große Masse der Beobachter negativ überrascht wurde. Reuters schrieb, dass sich nach jahrelanger Rekordjagd am deutschen Jobmarkt eine Trendwende abzeichnen würde. Die BA teilte mit, dass die maue Wirtschaftslage im Mai zu einem Anstieg der Arbeitslosen führte.

Die Zahl der Arbeitslosen kletterte auch wegen Sondereffekten im Vergleich zum Vormonat um 7.000 auf 2,236 Millionen. Bereinigt um jahreszeitliche Schwankungen gab es sogar den ersten Anstieg seit zwei Jahren. Klammert man jahreszeitliche Schwankungen aus, stieg die Arbeitslosenzahl von April auf Mai laut BA sogar um 60.000. Fachleute hingegen hatten einen Rückgang um 8.000 erwartet. Einmal mehr lagen die im Vorfeld befragten Experten mit ihrer Einschätzung also grob daneben.

Ja, liebe Leser, selbst der Chef der BA, Herr Detlef Scheele, musste relativ kleinlaut konzedieren, dass sich auf dem Arbeitsmarkt nun die ersten Auswirkungen der zuletzt etwas schwächeren konjunkturellen Entwicklung zeigen würden. Die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern würde sich auf hohem Niveau merklich abschwächen. In den letzten Wochen und Monaten haben wir an der Stelle ja des öfteren darauf hingewiesen, dass momentan die deutsche Industrie fast schon eine Art Achillesferse der deutschen Wirtschaft ist.

Und hier gibt insbesondere die Lage und der Ausblick auf die weitere Geschäftsentwicklung der deutschen Autobauer und -zulieferer weiter großen Anlass zur Sorge. Für uns wäre es folglich keine große Überraschung, wenn sich die konjunkturelle Wende bald noch heftiger auf dem Arbeitsmarkt zeigen wird. Die Gefahr ist groß, dass es zu einer über Jahre hinweg anhaltenden deflationären Abwärtsspirale kommt. Diese Gefahr wird nach wie vor allenthalben unterschätzt. Es wäre mehr als nur fahrlässig, dieses drohende Damoklesschwert nicht auf dem Radar zu haben!


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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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