Konjunkturflaute belastet die Chemie-Branche schwer

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Die Corona-Krise belastet viele Chemie-Unternehmen schwer, denn sie sind stark konjunkturabhängig. Doch es gibt auch Ausnahmen! (Foto: hyebrink / shutterstock.com)

Die Chemie-Branche ist stark konjunkturabhängig, weil sie an Unternehmen liefert, die besonders zyklisch sind. Dazu zählen wir die Automobilbranche, die Schwerindustrie und Infrastrukturunternehmen. Die Corona-Krise hat diese nachgelagerten Branchen besonders hart getroffen. Zudem sind die Fixkosten in der Chemie-Produktion besonders hoch.

Die Branche wird also doppelt von den Auswirkungen der Pandemie getroffen. Eine kurzfristige Erholung ist nicht in Sicht. Für 2020 rechnen die Wirtschaftsweisen mit einer schweren Rezession. Es wird ein Konjunkturrückgang von 6,5% erwartet. Erst 2021 sollen sich die Aussichten wieder etwas verbessern.

Angeschlagene Unternehmen trifft es besonders hart

Unter besonderem Druck stehen Unternehmen, die schon vor der Pandemie in Bedrängnis geraten sind. K+S und die Wacker Chemie AG sind die Schlusslichter. K+S hat für das 1. Quartal sehr schwache Zahlen geliefert. Der Umsatz sank um 13,8% auf rund 1,1 Mrd. €. Das operative Ergebnis ging sogar um mehr als ein Viertel auf rund 201,1 Mio. € zurück.

Besonders schlecht haben sich die Geschäfte in Europa entwickelt. Hier lag der Rückgang sogar bei 35,5%. Unterm Strich brach der Gewinn um 76,8% auf 0,13 € pro Aktie ein. Vor noch größeren Herausforderungen steht nur Wacker. 2019 war eines der schlechtesten Geschäftsjahre der Konzerngeschichte. Der Umsatz sank zwar nur um 1% auf rund 4,9 Mrd. €. Es musste jedoch ein Rekordverlust von 630 Mio. € ausgewiesen werden.

Positivbeispiele versprechen Top-Rendite

Doch es geht auch anders. Als Positivbeispiele hervorzuheben sind Bayer und Covestro, die in der derzeitigen Marktphase sehr günstig bewertet sind, aber weit überdurchschnittliche Perspektiven ausweisen können. So hat Bayer große Erfolge im Glyphosat-Streit erzielt. Nachdem Bayer den Saatgutriesen Monsanto übernommen hatte, begann ein gigantischer Rechtsstreit, der jetzt auf einen positiven Vergleich zusteuert.

Im 1. Quartal überzeugte Bayer mit einer überraschend guten Entwicklung. Trotz der Corona-Krise stieg der Umsatz um 4,8% auf rund 12,9 Mrd. €. Unterm Strich verbesserte sich der Gewinn um 19,7% auf 1,52 € pro Aktie. Ohne die milliardenschweren Rechtsberatungskosten und die Sonderausgaben für die Restrukturierungsprogramme wären die Ergebnisse noch besser ausgefallen.

Ähnlich günstig bewertet ist derzeit Covestro. Der Werkstoffhersteller ist durch die Corona- Krise unter die Räder gekommen. Die langfristigen Aussichten sind aber weiterhin vielversprechend. Covestro gilt als Vorreiter von nachhaltigen Werkstoffen und recycelbarem Plastik. Das Thema Nachhaltigkeit wird uns noch die nächsten Jahrzehnte begleiten. Covestro wird in diesem Milliardenmarkt vorne mitspielen.

DuPont und Dow Inc. gehen getrennte Wege

Die historische Fusion von Dow Chemical und DuPont zu DowDuPont und die anschließende Aufspaltung ist endlich abgeschlossen. DuPont de Nemours und Dow Inc. gehen getrennte Wege als selbstständige Unternehmen. In DuPont ist das Farbgeschäft gebündelt. Dow führt die Spezialchemie weiter. Beide Unternehmen befinden sich in einem schwierigen Umstrukturierungsprozess.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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