Konservative Aktien: viel Sicherheit für das zweite Quartal 2012

Die Finanzkrise in der Eurozone nimmt groteskere Züge an. Beachten Sie:

Die Griechenland-Rettung ist nicht „Lösung“, sondern erst Anfang der Krise.

Weitere Staaten und teilweise auch Regionen werden folgen. Wahrscheinlich werden Banken unter diesem Szenario leiden, deshalb ist deren Kurs hochgefährdet. Zumindest von spanischen sowie französischen Banken raten wir für das zweite Quartal 2012 dringend ab. Zudem:

Wird die Stimmung zu schlecht, kann auch der Aktienmarkt noch einmal unter die Räder kommen. Deshalb raten wir nicht vom Kauf der Unternehmensbeteiligungen ab, aber:

Suchen Sie Ihre Titel selektiv aus, wenn Sie Wert auf hohe Sicherheit legen. Die entsprechenden Kategorien sind aus unserer Sicht besonders der Börsenwert sowie das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV).

KGV sollte einstellig sein

Dabei sollte das Kurs-Gewinn-Verhältnis möglichst niedrig, im Idealfall sogar einstellig sein. Das bedeutet:

Die Gewinne der Unternehmen – ob diese nun ausgezahlt werden oder als Investitionsgrundlage für die nächsten Jahre dienen – kaufen Sie vergleichsweise günstig ein. Magische Grenze für Fundamentalinvestoren ist oft die „10“.

Einstellige KGV gelten als günstig, wenn ein Unternehmen bei den Gewinnschätzungen nicht gerade alles auf ein Jahr hin optimiert. Schutz dagegen ist wiederum die Tradition oder Größe des betreffenden Konzerns.

Wichtig: Börsenwert schützt vor Überraschungen

Ein Signalgeber ist der Börsenwert. Je mehr eine – günstige – Aktie wert ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit dafür, ein „Dickschiff“ im Depot zu haben. Diese Werte können zwar auch verlieren, wie die Telekom-Aktie seit dem Jahr 2000 zeigt, aber:

Meistens ist bei großen AGs mit hohem Börsenwert die Gruppe der Analysten so stark, dass zumindest die Gewinnschätzungen über Jahre vergleichsweise solide sind. Daher:

  • Besonders aussichtsreich für Krisenzeiten an den Börsen ist die Kombination von niedrigem KGV und hohem Börsenwert.
  • Mit diesen Kriterien können Sie auch an den deutschen Aktienmärkten attraktive Substanzwerte finden. Beispiele finden Sie bereits im Dax.
  • Die Allianz-Aktie etwa hat einen Börsenwert von 40 Milliarden Euro (auch wenn es in Medien nur etwa 40 Millionen Euro sein wollen: „Groß“ sind AGs erst ab 1 Milliarde Euro Wert).
  • Dabei bringen die Münchner ein KGV von ungefähr 7 mit – je nachdem, für welches Jahr Sie eine Schätzung abgeben.
  • Ein weiteres interessantes Unternehmen unter diesem Gesichtspunkt ist „Nestlé“. Die Schweizer haben ein Kurs-Gewinn-Verhältnis, das weit über den geforderten „10“ liegt. Dennoch:
  • Alternativ zur Obergrenze von 10 können Sie ein KGV auch danach beurteilen, wie weit es sich von den KGV vergangener Jahre entfernt hat. Nestlé ist in diesem Sinne stabil – steigende Gewinne beantwortete der Markt mit steigenden Kursen.
  • Das KGV von aktuell 16 für die erwarteten Gewinne 2012 ist daher günstig und wird vom Markt erneut belohnt.
  • Der Unternehmenswert an der Börse liegt bei 155 Milliarden Euro. Dies verhindert einen Kurssturz, selbst wenn es an den Aktienmärkten ruppiger zugehen sollte. Denn:
  • Das Interesse an einem solchen Wert ist so groß, dass institutionelle Investoren Stützungskäufe planen, wenn zu heftige Kursabschläge drohen.

GeVestor meint: Weitere „sichere“ Aktien für das zweite Quartal 2012 sind Werte wie Daimler, Royal Dutch Shell oder RWE.

Alle drei Aktien haben ein KGV von weniger als 10 und sind an den Börsen einen Milliarden-Betrag wert. Royal Dutch Shell wird sogar mit etwa 170 Milliarden Euro bewertet und ist daher noch dreimal größer als Daimler. Im Zweifel ist Shell daher besonders sicher.

17. Februar 2012

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Jan Aalto
Von: Jan Aalto. Über den Autor

Jan Aalto ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

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