Konsolidierung auf dem Biermarkt geht in hohem Tempo weiter

Heineken schluckt slowenische Traditionsbrauerei Pivovarna Lasko (Foto: chrisdorney / shutterstock.com)

Das Übernahmefieber in der Bierbranche hält unverändert an. Gerade haben sich die beiden Branchenriesen AB InBev und SAB Miller auf eine Fusion geeinigt, da kommt schon die nächste Übernahmemeldung über den Ticker.

Die Nummer drei der Branche, Heineken aus den Niederlanden, schlägt in Osteuropa zu. Ziel ist die Brauerei Pivovarna Lasko. Der slowenische Traditionskonzern wurde bereits im Jahr 1825 gegründet und ist mittlerweile die größte Brauerei des Landes.

Wettbewerbsbehörde segnet Deal ab

Mit der jüngsten Nachricht ist der Deal nun endlich beschlossene Sache. Denn bereits im April hatte Heineken den Kaufvertrag mit einem Verkäuferkonsortium unterzeichnet.

Vereinbart wurde die Übertragung von 51,1% der Anteile am Lasko-Konzern zu einem Aktienpreis von 25,56 Euro. Jetzt wurde die Transaktion auch von der Wettbewerbsbehörde durchgewunken.

Der niederländische Konzern konnte seinen Anteil unterdessen noch aufstocken. Einige Aktionäre nützten nämlich das Recht, Heineken noch zusätzliche Anteile zu verkaufen, die sie nach der Unterzeichnung des Kaufvertrags erworben haben. Laut Unternehmenskreisen soll auch in Kürze ein Pflichtangebot für die restlichen Anteile folgen.

Das gesamte Unternehmen ist bei dem vereinbarten Aktienpreis insgesamt 223,6 Mio. Euro wert.

Mit Zukauf holt sich Heineken starke Marken ins Boot

Mit dem Deal stärkt sich Heineken mit den beliebten Marken des Lasko-Konzerns. Denn Lasko Malt und Export Pils zählen zu den starken Brands des Unternehmens. Im vergangenen Jahr machte Pivovarna Lasko mit seinem Bier einen Gewinn von 1,9 Mio. Euro.

Der Kauf von Pivovarna Lasko wird die Marktposition in der Region stärken und zwei starke lokale Biermarken hinzufügen. Heineken will die Produktion in den beiden führenden slowenischen Brauereien Lasko und Union, die zum Konzern gehören, vorerst erhalten.

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Heineken setzt konsequent auf Zukäufe

Der Zukauf des niederländischen Brauereikonzerns in Slowenien ist Teil der expansiven Strategie der Unternehmensführung. Erst vor wenigen Tagen haben die Holländer für fast 700 Mio. Euro Teile des Biergeschäfts des Diageo-Konzerns erworben.

Damit ist Heineken jetzt der Eigentümer der beliebten jamaikanischen Biermarken Red Stripe und Dragon. Zudem kaufen die Niederländer Diageo aus dem Bierunternehmen GAPL heraus, das in Malaysia und Singapur Marken wie „Tiger“, „Anchor“ oder auch „Guinness“ vertreibt.

Mit den Zukäufen stärkt das Unternehmen sein Standbein in den Wachstumsregionen in Südostasien und der Karibik. Da der Biermarkt in den etablierten Industrieregionen nur noch schwach wächst, zieht es den Konzern verstärkt in Schwellenländer.

Anleger zeigen sich begeistert

Die Aktionäre reagieren erfreut auf die jüngsten Zukäufe. Alleine seit Jahresbeginn liegen die Anteilsscheine knapp 30% im Plus. Auf 5-Jahressicht hat sich der Aktienkurs mehr als verdoppelt.

Die Gewinnmarge konnte der Konzern seit 2010 bei gut 9% stabil halten. Damit verdiente Heineken im vergangenen Geschäftsjahr bei 19,25 Mrd. Euro Umsatz immerhin 1,75 Mrd. Euro.

Mit dem Zukauf dürfte die Konsolidierungswelle aber noch lange nicht zu Ende sein. Experten munkelten seit langem, dass die Holländer durch die Fusion der Nummer eins und zwei (AB InBev und SAB Miller) ins Hintertreffen geraten könnte.

Daher geht Heineken in die Offensive und setzt auf neue Wachstumsmärkte. Ob sich die Zukäufe lohnen und die Integration der Firmen reibungslos verläuft, wird sich allerdings erst auf lange Sicht zeigen.

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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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