Konsolidierung in der Bierbranche geht weiter

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Der weltgrößte Brauereikonzern Anheuser-Busch InBev übernimmt die restlichen 50% an der mexikanischen Grupo Modelo, bekannt durch die Biermarke Corona. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Der mit Abstand größte Brauereikonzern der Welt, Anheuser- Busch InBev, übernimmt die restlichen 50% an der mexikanischen Grupo Modelo, die vor allem für ihre Biermarke Corona bekannt ist.

Finanziert wird der gut 20 Mrd $ teure Deal unter anderem mit dem Erlös aus einer 7,5 Mrd $ schweren Anleihe, die InBev zu sehr günstigen Konditionen begeben konnte.

Der Konzern zahlt für die vier Tranchen mit verschiedenen Laufzeiten Zinsen zwischen 0,8 und 3,75%. Ein gutes Jahr davor, im Herbst 2011, hatte SABMiller  den australischen Konkurrenten Foster für 9,5 Mrd $ übernommen.

Selbst nach diesen Megadeals ist ein Ende des Konzentrationsprozesses in der Bierbranche nicht in Sicht. Im Gegenteil: Angesichts der niedrigen Zinsen gibt es kaum einen besseren Zeitpunkt für Kaufinteressenten guter Bonität.

Experten gehen davon aus, dass in 10 Jahren nur noch drei große Brauereien mit einem Marktanteil von 60% die Branche beherrschen werden.

Heute entfallen 48% auf die 5 größten Konzerne: Anheuser-Busch InBev, SABMiller, Heineken, Carlsberg und China Resources Breweries.

Die deutschen Bierbrauer sind für die Big Player nicht attraktiv. Ihre „Opfer“ suchen sie in Osteuropa und den Schwellenländern, wo deutlich höhere Renditen erwirtschaftet werden können.

PepsiCo verliert an Boden

Indra Nooyi, die Chefin von PepsiCo, hatte bei ihrem Amtsantritt vor 6 Jahren eigentlich gute Ideen. Sie erkannte schnell, dass zuckerhaltige braune Brause nicht mehr so gefragt ist.

Entsprechend wurde das Portfolio um Sportgetränke, Fruchtsäfte, Mineralwasser und diverse Snacks erweitert. Doch die neue Strategie ging nicht auf.

Seit Nooyis Amtsantritt hat PepsiCo Marktanteile an Coca-Cola  verloren und an Profitabilität deutlich eingebüßt.

Die Pepsi-Chefin hat viel Geld in Produkte investiert, die keiner haben will. Und die Werbekampagnen sprachen die Konsumenten nicht an. Ein Ausweg aus der Krise wäre die Aufspaltung des Konzerns.

Käme es dazu, würde die margenstärkere Snack-Sparte, auf die knapp die Hälfte des Gesamtumsatzes entfällt, deutlich höher bewertet als es derzeit innerhalb des Konzerns der Fall ist.

Branchenkenner taxieren die Summe aller Einzelteile des Konzerns auf 90 $ proAktie. Von einer Aufspaltung will Nooyi aber nichts wissen. Dies sei nicht im Interesse der Anleger, weil dann Synergien wegfallen würden.

Dennoch ist Nooyi zu Umstrukturierungen bereit, die die Kosten senken und die Effizienz verbessern. Daneben sollen Aktienrückkäufe den Kurs nach oben treiben. Von einem Strategie- oder Managementwechsel hätten die Anleger allerdings mehr.

Hawesko: Langfristinvestment für Dividendenjäger

Hawesko wächst seit Jahren schneller als der deutsche Weinmarkt. Zu verdanken ist dies den guten Managementqualitäten des Vorstandvorsitzenden Alexander Margaritoff, der seit über 30 Jahren dem Unternehmen angehört.

Zudem ist Hawesko ein zuverlässiger Dividendenzahler. Die Dividende wird stetig erhöht, und die Rendite liegt seit dem Börsengang regelmäßig bei über 4%.

Oftmals hat das Unternehmen seine Anleger zusätzlich mit Bonuszahlungen überrascht. Für das laufende Jahr erwarten wir eine Anhebung auf 1,70 € pro Aktie.

SABMiller rein, Zwack Unicum raus

Neu aufgenommen in die Aktien-Analyse haben wir SABMiller. Die britischsüdafrikanische Brauerei ist mit seinem Weltmarktanteil die Nummer 2 der Branche und überzeugt durch kontinuierliches Umsatz- und Gewinnwachstum.

Dank der starken Position in den aufstrebenden Märkten sind die Margen ähnlich hoch wie beim Marktführer InBev.

Weichen musste Zwack Unicum. Die Umsätze an deutschen Börsen sind zu gering und eine Informationspolitik findet kaum statt. Entsprechend gering war das Interesse der Leser.

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Die Aktien-Analyse: Ein Blick auf die Getränke-AktienWährend der weltweite Bierkonsum leicht zurückgeht, steigt weltweit der Weinkosum – vor allem in den USA – weiter an. › mehr lesen


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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