Konstant gute Quartalszahlen: Lockheed Martin und MTU Aero Engines

Lockheed Martin Symbolbild Kampfflugzeug_shutterstock_244391005_Everett Historical

Auf der Suche nach Unternehmen die Quartal für Quartal gute Zahlen liefert, stößt man unweigerlich auf Lockheed Martin und MTU Aero Engines. (Foto: Everett Historical / shutterstock.com)

Lockheed Martin ist einer der größten Profiteure der globalen Unruhen. So überrascht es nicht, dass die Zahlen zum 1. Quartal hervorragend ausfielen. Lockheed Martin konnte in allen Bereichen wachsen. Umsatztreiber Nummer Eins ist der womöglich profitabelste Kunde der Welt, wenn es um Militärprodukte geht: die US-Regierung.

Der zuverlässigste Kunde der Welt: die US-Regierung

Konkret legte der Umsatz um 23,2% auf 14,3 Mrd. $ zu, während sich die Kostenstruktur größtenteils stabil entwickelte. Als Folge kletterte der Gewinn um 47,2% auf 1,7 Mrd. $. Dank des laufenden Aktienrückkaufprogramms teilt sich dieser Gewinn noch dazu auf weniger Aktien auf. Der Gewinn pro Aktie schoss um 49% auf 5,99 $. Auch der Cashflow glänzte mit einem Plus von 163% auf 1,7 Mrd. $.

Das Management hob die Zwischendividende entsprechend um 10% auf 2,2 $ pro Aktie an. Die Eigenkapitalposition bewegt sich indes wie gewohnt nahe dem Nullpunkt, bei einer Eigenkapitalquote von 5%. Eine robustere Kapitalausstattung wird nicht angestrebt und auch nicht benötigt. Denn der Großteil des 133,5 Mrd. $ schweren Auftragsbestands stammt von einem äußerst zuverlässigen und langjährigen Kunden, der US-Regierung.

Selbst wenn der Auftragseingang auf Null einbrechen würde, wäre Lockheed Martin noch die nächsten 3 Jahre ausgelastet. Die Cashflows sind also zu einem hohen Grad planbar. Zusätzlich zieht Lockheed Martin auch vermehrt Aufträge von Übersee an Land. Gemeinsam mit der MBDA wird für Deutschland ein neues Raketenabwehrsystem entwickelt, das das Patriot-System aus den 1960er Jahren ablösen soll.

Unternehmensporträt

Lockheed Martin gehört neben Boeing zu den weltweit größten Rüstungskonzernen. Hauptgeschäftsfelder sind die Entwicklung von Raketen-, Flugabwehr- und Satellitensystemen sowie die Produktion von Kampfjets und Transportflugzeugen (F-16, F-22, F-35, C-130S). Die US-Regierung und die US-Armee sind mit einem Umsatzanteil von über 70% die bedeutendsten Vertragspartner des Konzerns. Ein zweites Standbein wurde im Energiegeschäft aufgebaut.

MTU Aero Engines zählt zu den zuverlässigsten Rekordjägern und hat mit den Ergebnissen zum 1.Quartal nicht enttäuscht

Geprägt von einem dynamischen Wartungs- und zivilen Triebwerksgeschäft legte der Umsatz um 11,3% auf 1,1 Mrd. € zu. Umsatztreiber Nummer Eins war einmal mehr das V2500 für die A320-Familie, das PW1100G-JM für die A320neo und das GEnx für die Boeing-Modelle 787 und 747-8. Im militärischen Bereich profitiert MTU vor allem von der steigenden Nachfrage nach Eurofightern.

Obwohl sich die Anzahl ausstehender Aktien erhöht hat, schoss der Gewinn pro Aktie um 18,6% auf 2,42 €. Der freie Cashflow legte sogar um 69,7% auf 141,4 Mio. € zu. Der starke Anstieg führte zu einer Verdoppelung der liquiden Mittel auf 207,7 Mio. €. Der Auftragsbestand liegt mit 18,5 Mrd. € auf einem neuen Rekordhoch. Rein rechnerisch ist MTU bereits jetzt für die nächsten 4 Jahre ausgelastet.

Ein weiterer Erfolg konnte auf der diesjährigen Paris Air Show gefeiert werden

MTU erhielt Aufträge für mehr als 240 Triebwerke im Gesamtwert von über 1,2 Mrd. €. Gleichzeitig werden die Forschungsarbeiten im Kleinflugzeugbereich und der europäische Expansionskurs fleißig vorangetrieben. Gemeinsam mit der e.SAT GmbH arbeitet MTU an der Entwicklung eines neuen E-hybriden Kleinflugzeugs, das den Namen Silent Air Taxi tragen soll. Der serbische Standort soll bis 2022 in den Live-Betrieb gehen.

Das Management bestätigte die Aussichten für das Gesamtjahr. Der Umsatz soll rund 4,7 Mrd. € bei einer EBIT-Marge von etwa 15,5% betragen.

Unternehmensporträt

Die frühere Daimler-Tochter MTU ist Deutschlands führender Hersteller von Triebwerksmodulen und -komponenten sowie von kompletten Flugzeugtriebwerken für zivile und militärische Zwecke. International ist MTU in allen wichtigen Regionen vertreten. Neben dem Triebwerksgeschäft gehört die Instandhaltung von Industriegasturbinen zum Kernbereich. Partner sind Pratt & Whitney, Rolls-Royce und General Electric. Kunden sind u.a. Airbus und Boeing.

Lockheed Martin Symbolbild Kampfflugzeug_shutterstock_244391005_Everett Historical

Lockheed Martin und Raytheon profitieren von globalen UnsicherheitenSowohl Lockheed Martin als auch Raytheon erfreuen sich über seinen sehr hohen Auftragsbestand, der das Wachstum auf Jahre hinaus sichern wird. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Volker Gelfarth. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz