Kontra-Indikator: Ifo-Geschäftsklima-Index auf neuem Rekordhoch

Die Stimmung der Wirtschaft erreicht immer neue Höchststände – Euphorie wohin man schaut.

Und sollten einmal kritische Stimmen aufkommen, tauchen wieder neue Jubelmeldungen aus der Wirtschaft auf, und alles sieht nach einem unendlichen Aufschwung aus.

Zu viel blinde Euphorie

Diese fast schon unheimliche Euphorie wird auch durch ganz aktuelle Zahlen einmal mehr befeuert.

Wie das Ifo-Institut in München jetzt bekannt gab, ist der Ifo-Geschäftsklima-Index im Juli mit 116 Punkten überraschend auf das 3. Rekordhoch in Folge gestiegen.

Nach Meinung von Ifo-Präsident Clemens Fuest steht die deutsche Wirtschaft unter Volldampf und die Stimmung in den Chef-Etagen sei ausgesprochen euphorisch.

Noch nie seit der Wiedervereinigung Deutschlands hätten die Führungskräfte die Wirtschaftslage so gut eingeschätzt wie derzeit.

Auch der Ausblick auf die Lage in den kommenden 6 Monaten habe sich verbessert.

Aber hier sage ich erst einmal: Vorsicht! Denn was auf den 1. Blick sehr gut aussieht, ist für mich eher ein Kontra-Indikator.

Der Großteil dieses Aufschwungs hängt nämlich nur an wachsenden Exporten.

Und die große Export-Abhängigkeit Deutschlands ist ein massives Problem – was aber in der öffentlichen Diskussion kaum eine Rolle spielt.

Deutschland ist zu exportabhängig – das kann gefährlich werden

Doch was bei dieser ganzen Euphorie völlig vergessen wird, ist, dass kaum ein Land so exportabhängig ist wie gerade Deutschland.

Die Export-Quote betrug letztes Jahr 46%. Fast die Hälfte unseres Bruttoinlandsproduktes (BIP) wird also nur durch Exporte ins Ausland erwirtschaftet.

Schon an dieser Stelle müssten eigentlich viele Experten stutzig werden und auf die Euphorie-Bremse treten – doch das passiert nicht.

Zum Vergleich: Das „Exportland“ Japan kommt gerade einmal auf eine Export-Quote von etwa 15%.

Wir sind damit also extrem abhängig von der Weltkonjunktur und haben kaum Rückhalt durch die Binnen-Wirtschaft – das ist die Achillesferse dieses vermeintlichen „Aufschwungs“.

Doch nicht nur die Exporte selbst nehmen ständig zu, sondern auch der Handelsbilanz-Überschuss weist immer neue Rekordwerte aus.

Hierbei geht es um die Differenz zwischen Exporten und Importen. Erst letztes Jahr wurde mit 252 Mrd. € wieder ein neuer Rekord erzielt.

Fazit

Das bedeutet, dass wir eine extrem unausgeglichene Handelsbilanz haben. Wir liefern nämlich wesentlich mehr Waren ins Ausland als wir selbst importieren.

Dadurch bauen sich dort Schuldenberge auf, die früher oder später kollabieren werden.

Sie sehen einmal mehr: Die Instabilität des Finanz-Systems nimmt immer weiter zu – daher wird auch der nächste Crash immer wahrscheinlicher.

4. August 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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