Korrektur: Silberspreis wird sinken

Waren Sie auf der diesjährigen Anlegermesse in Stuttgart, der INVEST 2011? Dann ist es Ihnen sicherlich auch aufgefallen: die Vielzahl der Messestände, an denen Gold– und Silber-Münzen feilgeboten wurden.

Waren es vor einigen Jahren noch Explorer-Werte, die aufgrund des großen Anleger-Interesses eine eigene Abteilung auf der Messe erhielten, so waren es in diesem Jahr die Gold– und Silber-Anbieter, die schon fast als eigene Abteilung innerhalb der Messe ihre Dienste und Edelmetalle anpreisen konnten.

Gold und Silber in Mode

Da die Explorer-Werte in den letzten 1 bis 2 Jahren wieder in der Versenkung verschwanden und keinen deutlich überproportionalen Anteil an den Messeausstellern mehr aufweisen, könnte man natürlich nun folgern, dass nach der Modeerscheinung „Explorer-Werte“ nun auch das Hoch in der Mode der Gold– und Silber-Anlage gekommen ist.

Zudem ist es stets ein Anzeichen einer Bubble (Blase), wenn sich breite Anlegerkreise für das angebotene Produkt interessieren. Wenn auch der Taxifahrer, der Bäcker oder der Nachbar von nebenan plötzlich von Gold und Silber als Anlage sprechen, dann sollten Sie von einem bevorstehenden Ende der Gold– und Silber-Aufwärtsbewegung ausgehen.

Vorsicht gegenüber Meinungen

Mein ganz persönlicher „Bubble-Indikator“ ist eine Dame aus meinem Bekanntenkreis. Diese Dame interessiert sich kaum für Aktien, Börse und Geldanlage. Doch stets am Hoch einer Bewegung kauft diese Dame. So wurden Aktien des „Neuen Marktes“ kurz vor dem Platzen der Blase ins Depot gekauft oder einige Jahre später die deutschen Blue Chips in der Gipfelbildung 2007.

Da hilft auch keine Beratung! Es gibt einfach Anleger, die ihre eigene Meinung haben und diese auch handeln. Doch genau dies ist der falsche Ansatz. Handeln Sie stets Signale, aber keine Meinung.

Nun interessiert Sie sicherlich, ob die besagte Dame schon Gold– und Silber-Münzen gekauft hat. Richtig! Seit Anfang des Jahres beschenkt sie die Verwandtschaft mit kleinen Gold– und Silber-Münzen. Ein ausgesprochen netter Zug! Dies wäre natürlich nun ein Anzeichen für eine bevorstehende Trendwende im Gold– und Silber-Markt. Aber auch das wäre eine Meinung – und noch kein Signal!

Charttechnik zeigt Übertreibung – Korrektur des Silberpreises liegt in der Luft

Wie sieht nun die Charttechnik für den Silberpreis aus? Gibt es hier schon ein Signal, dass auf eine Trendumkehr deutet? Betrachten Sie hierzu einmal den Kursverlauf des 1-Kilo-Barrens Silber in Euro. Dargestellt sind die Tageskerzen der Candlesticks.

Silber – 1000 g-Barren – Tageschart: Übertreibung nach oben

Der Kursverlauf zeigt aktuell eine Übertreibung nach oben an. Der Silberpreis ist aus seinem Aufwärtstrend-Kanal nach oben ausgebrochen. Ein solcher Ausbruch ist per Definition ein Kaufsignal. Die Aufwärtsbewegung beschleunigt sich.

Allerdings ist ein derartiger Ausbruch auch stets ein Signal für eine Euphorie-Situation und eine Übertreibung nach oben. Ein Rückfall unter die 800er-Marke wäre daher ein erstes Verkaufssignal mit Ziel bis ca. 700 Euro. Doch erst ein Bruch auch derAufwärtstrend-Linie würde das Chartbild komplett eintrüben.

Korrektur: Silberpreis wird sinken

Die Chance auf kurzfristig steigende Kurse im Silberpreis auf Euro-Basis ist vorhanden. Aktuell muss jedoch von einer Übertreibung nach oben ausgegangen werden, die sich recht schnell wieder korrigieren dürfte. Der Aufwärtstrend ist jedoch intakt und verspricht lang- und mittelfristig steigende Kurse.

Am kommenden Dienstag erhalten Sie in Salomon´s Märkte Rohstoffanalysen. Chartanalysen zu Devisen werden jeweils am Montag, Indizes am Mittwoch und Aktien am Donnerstag in Salomon´s Märkte besprochen.

In meinem Börsendienst, dem Candlestick-Investor, nenne ich Ihnen klare Kaufsignale. Testen Sie einfach den Candlestick-Investor für einen Monat. Nutzen Sie diese Chance! Ich freue mich auf Sie als neuen Leser!

22. März 2011

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Stefan Salomon
Von: Stefan Salomon.

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