Kostensenkungen bei Minen: Ende der Fahnenstange erreicht

Auch wenn es in diesen Tagen wieder etwas aufwärts geht bei den Edelmetallen: Bei mir bleibt hauptsächlich große Verwunderung über die niedrigen Preise dieser Anlageklasse. Gold steht noch unter 1.150 Dollar und Silber ist immerhin wieder der Sprung über die 16 Dollar-Marke gelungen.

Klar ist auf jeden Fall: Auf diesem Niveau wird die Zahl der Minen immer weiter zunehmen, die operativ kein Geld mehr verdienen. Sicherlich haben zuletzt viele Minen große Erfolge bei der Senkung der Kosten gemeldet – doch ist auch nicht klar, ob diese Senkungen nachhaltig sind. Zudem ist das Potenzial für viele Minen hier auch schon erschöpft – vor allem wenn es um gängige Einsparungen geht. Darunter fällt der Personalabbau genauso wie das Drosseln von Investitionen.

Doch gerade bei Minen gibt es noch weitere Möglichkeiten, die Kosten in den Griff zu bekommen. Das Stichwort lautet hier High-Grading. Dies ist auf jeden Fall ein kurzfristiger Effekt, der aber langfristige Folgen für das Minenleben haben kann.

Mit High-Grading erzielen die Minen kurzfristige Erfolge – mehr aber nicht

Sie fragen sich sicherlich: Was steckt dahinter? Im Grunde ist es eine einfache Strategie, um die eigenen Produktionsergebnisse der Minen zu steigern. So konzentrieren sich die Firmen eben auf nachweislich hochgradige Teile des Vorkommens. Und dadurch sinken die Produktionskosten automatisch: Wenn eine Mine eben auf Sicht eines Quartals mit einem durchschnittlichen Goldgehalt von 2,5 gr/t anstatt 2,0 gr/t. betrieben werden kann, steigt die Produktionsmenge und damit sinken die Kosten pro geförderter Unze.

Für den Kapitalmarkt sieht die Bilanz dann erst einmal besser aus. Doch wie lange kann eine solche Strategie erfolgreich fortgesetzt werden? Denn wenn das Blatt sich wendet, stehen die Minen vor einem großen Problem: Dann sinkt der Goldgehalt und die Kosten pro Unze steigen.

Wie sich das ganz aktuell bei den Minen auswirkt, wird die anstehende Bilanzsaison sicher zeigen. Dann müssen die Produzenten bei den Produktionskosten wieder Farbe bekennen.

7. Oktober 2015

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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