Kosten-Senkungen bei Minen – Mehr geht wohl nicht

Auch wenn es in diesen Tagen wieder etwas aufwärts geht bei den Edelmetallen, bleibt bei mir doch hauptsächlich große Verwunderung über die niedrigen Preise dieser Anlageklasse.

Gold steht noch immer unter 1.300 Dollar und Silber ist immerhin wieder der Sprung über die 17 Dollar-Marke gelungen.

Minen stark unter Druck

Klar ist auf jeden Fall: Auf diesem Niveau bleiben die Minen unter großem Druck, die Kosten weiter zu senken.

Sicherlich haben zuletzt viele Minen große Erfolge bei der Senkung der Kosten gemeldet, doch ist auch nicht klar, ob diese Senkungen nachhaltig sind.

Zudem ist das Potenzial für viele Minen hier auch schon erschöpft – v. a. wenn es um gängige Einsparungen geht.

Darunter fällt der Personal-Abbau genauso wie das Drosseln von Investitionen. Hier haben die Krisenjahre zuletzt schon massive Folgen bei vielen Firmen hinterlassen.

Doch gerade bei Minen gibt es noch weitere Möglichkeiten, die Kosten in den Griff zu bekommen.

Das Stichwort lautet hier: High-Grading. Dies ist auf jeden Fall ein kurzfristiger Effekt, der aber langfristige Folgen für das Minenleben haben kann.

Mit High-Grading erzielen die Minen kurzfristige Erfolge – mehr aber nicht

Sie fragen sich sicherlich: Was steckt dahinter?

Im Grunde ist es eine einfache Strategie, um die eigenen Produktions-Ergebnisse der Minen zu steigern.

So konzentrieren sich die Firmen eben auf nachweislich hochgradige Teile des Vorkommens, und dadurch sinken die Produktions-Kosten automatisch:

Wenn eine Mine auf Sicht eines Quartals mit einem durchschnittlichen Goldgehalt von 2,5 g/t anstatt 2,0 g/t. betrieben werden kann, steigt die Produktionsmenge.

Und damit sinken die Kosten pro geförderter Unze im Endeffekt.

Für den Kapitalmarkt sieht die Bilanz dann erst einmal besser aus. Doch wie lange kann eine solche Strategie erfolgreich fortgesetzt werden?

Denn wenn das Blatt sich wendet, stehen die Minen vor einem großen Problem: Dann sinkt der Goldgehalt und die Kosten pro Unze steigen.

Fazit und Ausblick

Wie sich das ganz aktuell bei den Minen auswirkt, wird die anstehende Bilanz-Saison sicher zeigen. Dann müssen die Produzenten bei den Produktions-Kosten wieder Farbe bekennen.

Schon in den kommenden Tagen legen einige große Goldminen wie Barrick Gold und Goldcorp die aktuelle Bilanz vor.

24. Oktober 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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