KPS-Aktie mit -45% in nur gut 5 Monaten

Erfahren Sie jetzt, warum an der Börse schon bald wieder die Sonne scheinen wird und was ich derzeit von der KPS-Aktie halte. (Foto: gopixa)

Gestern Abend sorgte ein Kurssturz an der Wall Street für reichlich Unruhe an den Börsen. Der Dow Jones lag zwischenzeitlich über 6% im Minus. Nachdem es bereits in der vergangenen Woche Richtung Süden ging (wenn auch nicht so deutlich wie gestern), verstärkte sich gestern die Nervosität unter den Marktteilnehmern.

Es gab verschiedene Erklärungsansätze: Zumeist wurde der Kurssturz jedoch auf die gestiegenen Anleiherenditen und auf die Angst vor deutlichen und schnellen Zinsanhebungen durch die US-Notenbank Fed geschoben. Aus meiner Sicht beides Alibi-Gründe, die niemals einen solchen Kursabschlag rechtfertigen, wie wir ihn gestern gesehen haben!

Vielmehr gehe ich davon aus, dass der monatelange Aufwärtstrend ohne nennenswerte Schwankungen (es gab im vergangenen Jahr nur 4 Handelstage, an denen der Dow Jones 1% oder mehr verloren hat) dazu führte, dass die fällige Korrektur, die wir dieser Tage erleben, schnell und heftig vonstatten geht.

Hier ist es wie beim Wetter: Je länger es im Sommer schwül und heiß ist, desto heftiger fällt im Anschluss zumeist das Gewitter aus. Danach scheint wieder die Sonne. So wird es auch schon bald wieder an der Börse sein. Und bis dahin freuen wir Schnäppchenjäger uns über günstige Einstandskurse!

KPS-Aktie: Ein Schnäppchen?

Kommen wir nun zu einem Unternehmen aus Deutschland, bei dem ich mir nicht ganz sicher bin, ob die Aktie nach den jüngsten Kursverlusten ein Schnäppchen ist. Es handelt sich dabei um KPS.

Im Jahr 2016 war das IT-Beratungs- und Systemhaus KPS einer der Überflieger an der Börse. Die KPS-Aktie kletterte 2016 von etwas mehr als 6 auf rund 15 Euro. Ein sattes Plus von 150%. Im vergangenen Jahr sah es dann zunächst so aus, als ginge der Höhenflug weiter. Die KPS-Aktie kletterte schnell auf 18 Euro.

Im weiteren Verlauf des vergangenen Börsenjahres pendelte die KPS-Aktie dann bis September grob zwischen 15 und 18 Euro. Dann jedoch folgte der Absturz. Heute kostet ein KPS-Anteilsschein nur noch 10 Euro. Ein Minus von 45% allein in den vergangenen gut 5 Monaten.

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Bevor ich gleich auf die Gründe für den deutlichen Kursrückgang eingehe, möchte ich Ihnen das Unternehmen zunächst kurz vorstellen.

KPS ist ein führendes IT-Beratungs- und Systemhaus

Das Unternehmen KPS aus Unterföhring bei München ist eines der führenden IT-Beratungs- und Systemhäuser in Deutschland. KPS berät Firmen bei Allem, was IT-Prozesse angeht.

Dazu zählt beispielsweise die Implementierung von SAP-Software oder die Optimierung von Konstruktions- und Entwicklungs-Prozessen. Das bayerische Unternehmen zählt bekannte Namen wie Bayer, Bosch oder Hugo Boss zu seinem Kundenkreis.

Gründe für den deutlichen Kursrückgang

Gründe für den Kursrückgang gibt es einige: Zuletzt setzte beispielsweise ein aus Sicht der meisten Marktteilnehmer unbefriedigender Ausblick der Aktie zu. Im vergangenen Sommer sorgte eine Umplatzierung von KPS-Aktien für Verunsicherung bei den Anlegern.

Die vier Hauptaktionäre und Gründer von KPS haben im vergangenen Sommer rund 4,4 Mio. KPS-Aktien an institutionelle Investoren verkauft. Daran ist zunächst einmal nichts Verwunderliches. Merkwürdig jedoch war, dass die Aktien für einen Stückpreis von 12,50 Euro den Besitzer wechselten, obwohl der KPS-Aktienkurs kurz zuvor bei 17 Euro lag.

Ein Abschlag in dieser Größenordnung ist schon eher ungewöhnlich. Wie geht es jetzt weiter? Ich halte KPS grundsätzlich für ein solides Unternehmen mit einem guten Geschäftsmodell. Auch wenn ein Einstieg bei 10 Euro angesichts eines 2017er-Hochs bei über 18 Euro verlockend wirkt, sollten aufgrund des deutlichen Abwärtstrends der Aktie derzeit nur sehr risikobereite Anleger zugreifen.


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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.