Kräftiger Preissprung am Tantalmarkt

Seit langem wird dem Tantalmarkt eine Knappheit vorhergesagt. Das neue US Gesetz vom 15. Juli 2010 verstärkt diese Knappheit, weil […] (Foto: crystal51 / Shutterstock.com)

Seit langem wird dem Tantalmarkt eine Knappheit vorhergesagt. Das neue US Gesetz vom 15. Juli 2010 verstärkt diese Knappheit, weil es die Unternehmen dazu zwingt nur noch Tantal aus sauberen Quellen zu verwenden. Schon vor der amerikanischen Gesetzesinitiative, die den Export von Bluttantal aus dem östlichen Kongo verhindern soll, hatte der Markt auf die sich abzeichnende mittelfristige Verknappung von Tantal reagiert.

Der Preis für ein Pfund Tantal legte in den vergangenen Monaten deutlich zu. Im Dezember 2009 zahlte man noch bescheidene 38 US Dollar für ein Pfund Tantal, heute muss mit 80 US Dollar bereits mehr als das doppelte auf den Tisch gelegt werden.

Engpass kurzfristig nicht zu beheben

Kurzfristig beseitigen lassen wird sich der Engpass nicht. Wenn man berücksichtigt, dass in den vergangenen Jahren rund 20% des weltweiten Tantalangebots aus dem Kongo stammten, dann wird schnell deutlich, dass die gewünschte Schließung dieses Vertriebsweges das Angebot an frei verfügbarem Tantal massiv einschränkt und bis auf weiteres einschränken wird. Eine schnelle Lösung ist also nicht in Sicht.

Entspannen könnte sich die Situation erst 2013, wenn größere Neuprojekte wie beispielsweise das in Ägypten gelegene Abu Dabbab Projekt der australischen Gippsland LTD. in Produktion gehen. Die aktuellen Planungen für diese Lagerstätte sehen eine anfängliche Jahresproduktion von 650.000 Pfund Tantal vor.

Die Entwicklung des Abu Dabbab Projekts, das von der KfW Bank finanziert werden soll, ist auch für Deutschland von sehr großer Bedeutung, weil Tantal ein Schlüsselrohstoff für die modern Informationstechnologie ist. Wer als Industrienation auf Tantal keinen Zugriff hat, der fällt technologisch praktisch auf das Niveau des 19. Jahrhunderts zurück.

Versorgungssicherheit gewinnt an Bedeutung

Da China zunehmend den Export von Seltenen Erden und anderen Schlüsselrohstoffen  einschränkt und sich selbst wichtige Lagerstätten insbesondere in Afrika und Südamerika sichert, gewinnt die Frage der Versorgungssicherheit zunehmend an Bedeutung. Werner Hofbauer, der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, äußerte sich kürzlich in einem Interview, das er in Kairo gab, besorgt über den wachsenden Einfluss Chinas in Afrika.

Bislang hat man hier in Deutschland bezüglich der Versorgungssicherheit reichlich blauäugig reagiert und die Frage als wichtiges Zukunftsthema weitgehend ausgeblendet. Doch inzwischen ist ein erstes Aufwachen erkennbar. Ein Prozess des Umdenkens und der Neuorientierung hat begonnen. Diese Entwicklung ist sehr zu begrüßen.

Dass auch das Tantal des Abu Dabbab Projekts nach China gehen wird, ist momentan nicht zu erwarten, denn Gippsland LTD. hat einen Abnahmevertrag über 600.000 Pfund jährlich mit dem deutschen Tantalproduzenten HC Starck geschlossen. Der Kontrakt hat eine Laufzeit von 10 Jahren. In der Vergangenheit stand HC Starck massiv in der Kritik Tantal aus dem Kongo bezogen und damit den dortigen Bürgerkrieg finanziert zu haben. Das Unternehmen bezieht sein Tantal heute aus Australien und verarbeitet zudem bestimmte Zinnschlacken aus Asien. Aus dem Kongo wird kein Tantal bezogen.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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