Krebsbekämpfung und Wachstumsmarkt Diabetes

Krebsmedikamente sind die Wachstumstreiber Nr. 1. Aber auch Diabetes ist ein Markt mit enormen Chancen. (Foto: Casimiro PT / shutterstock.com)

Medikamente gegen Krebs sind für die Pharmakonzerne die Wachstumstreiber Nummer 1.

Entsprechend konzentrieren die Branchengrößen ihre Forschung auf diesen Bereich. Immer mehr an Bedeutung gewinnt dabei die Immunonkologie. Darunter versteht man die Entwicklung von Krebstherapien, bei denen das Immunsystem des Menschen so stimuliert wird, dass es selbst die Tumorzellen zerstört. Fortschritte macht daneben die Gentherapie. Mit einem Verfahren namens Car-T wird gentechnisch versucht, die körpereigenen Abwehrzellen so zu programmieren, dass sie die Krebszellen bekämpfen. Zum Teil wird sogar auch schon an einer Art Impfung gegen Krebs geforscht.

Als Vorreiter in der Gentherapie gilt Novartis. Für eine Therapie, die bereits Blutkrebs erfolgreich bekämpft, wurde vor Kurzem auch die Zulassung zur Behandlung weiterer Krebsarten beantragt. Einem hohen Stellenwert kommt zudem der Digitalisierung in der Arznei-Forschung zu. Durch die Nutzung digitalisierter Daten aus der klinischen Praxis zur Diagnose, Therapie und zum Verlauf einer Krankheit lassen sich in Zukunft klinische Studien viel effizienter und damit kostengünstiger durchführen. Vor allem die Entwicklungszeit eines Medikaments von bis zu 15 Jahren könnte deutlich verkürzt werden.

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Wachstumsmarkt Diabetes

Diabetes ist ebenfalls ein Markt mit enormen Wachstumschancen. Besonders aussichtsreich sind Medikamente, die täglich eingenommen werden und den Blutzuckerspiegel um mehr als 1% senken können. Marktführer Novo Nordisk hat bereits einen Wirkstoff namens Semaglutide/Ozempic in der Pipeline, der in klinischen Tests ausgezeichnete Ergebnisse geliefert hat. Im Fall der Zulassung winken Umsätze in Milliardenhöhe.

Unsere Favoriten

Neben Novo Nordisk überzeugen uns Johnson & Johnson und AbbVie, die mit ihren Medikamenten gegen Krebs ebenfalls sehr erfolgreich sind. Sorgen bereitet dagegen Fresenius. Derzeit bremst die Absage der 4,8 Mrd. $ schweren Akorn-Übernahme die Kursentwicklung. Akorn will jetzt die Übernahme auf dem Klageweg erzwingen. Am 9. Juli soll der Prozess beginnen. Sollte Akorn obsiegen, wäre nicht nur das Ansehen von Fresenius beschädigt. Der Konzern müsste auch erhebliche Mittel in ein Unternehmen investieren, dessen Geschäfte schlechter laufen als erwartet.

Sollte aber das Gericht feststellen, dass Akorn für Fresenius nicht erkennbar gegen Vorgaben der US-Gesundheitsbehörde FDA verstoßen hat und die Absage damit begründet ist, wäre der finanzielle Schaden überschaubar. Mit der Aktie dürfte es dann auch wieder nach oben gehen. Offen ist die Börsen-Zukunft von STADA und Biotest. Nach der Übernahme sind beide zumindest eine Squeeze-out-Spekulation wert.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.