Kreditkartenkonzern Visa kauft Fintech Plaid für 5,3 Mrd. Dollar

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Der Kreditkartenriese Visa kauft das US-Fintech Plaid. Visa will dadurch neue Märkte erschließen und sein bisheriges Geschäft optimieren. (Foto: Valeri Potapova / Shutterstock.com)

Das Jahr ist gerade mal ein paar Tage alt und schon ist ein neuer Mega-Deal bekannt gegeben worden: Nach Börsenschluss am gestrigen Abend teilte der Kreditkartengigant Visa Inc. mit, dass er eine Kaufvereinbarung mit dem Finanztechnologie Start-up Plaid unterzeichnet hat.

Visa greift für die Übernahme des privaten Fintech-Unternehmens aus San Francisco tief in die Tasche und zahlt insgesamt 5,3 Mrd. US-Dollar (USD) – das entspricht etwa 4,8 Mrd. Euro. Bereits vor zwei Jahren hatte Visa sich an einer Finanzierungsrunde für Plaid beteiligt. Damals war das Fintech laut Wall Street Journal mit lediglich 2,65 Milliarden USD bewertet worden.

Finanzierung

Visa plant die Transaktion aus dem Kassenbestand und durch Ausgabe von Schuldtiteln zu finanzieren. Die Übernahme wird dabei keine Auswirkungen auf das bereits angekündigte Aktienrückkaufprogramm oder die Dividendenpolitik des Unternehmens haben.

Plaid-Technologie ist führend

Obwohl Plaid erst vor sieben Jahren in San Francisco gegründet wurde, ist das Unternehmen zu einem führenden Schnittstellenentwickler für die Nutzer von Finanz-Apps geworden. Die Produkte von Plaid ermöglichen es Verbrauchern, ihre Finanzinformationen bequem mit tausenden von Apps und Diensten, wie z.B. dem Mobile-Payment-Service von PayPal Venmo, und den Finanzinstituten zu teilen.

Wenn ein Benutzer beispielsweise ein Venmo-Konto einrichtet, ist es Plaid, das es dem Benutzer ermöglicht, sein Bankkonto mit seinem Venmo-Konto zu verknüpfen. Aber auch andere Apps wie z.B. Acorns, Betterment, Chime und Transferwise werden durch Plaid-Technologie unterstützt. Aktuell nutzt jeder vierte US-Bankkontoinhaber die Plaid-Technologie, um sich mit mehr als 2.600 Fintech-Entwicklern in über 11.000 Finanzinstituten zu verbinden.

Visa sieht großes Wachstumspotential

“Wir freuen uns sehr über die Übernahme von Plaid und wie sie den Wachstumskurs unseres Unternehmens verbessert”, sagte Al Kelly, CEO und Chairman von Visa. “Die Akquisition, kombiniert mit unseren vielen bereits laufenden Fintech-Bemühungen, wird Visa in die Lage versetzen, Entwicklern, Finanzinstituten und Verbrauchern noch mehr Wert zu bieten.“

Markterschließung und Verbesserung des bestehenden Geschäfts

Die Übernahme von Plaid bietet Visa gleich mehrere Vorteile: Es eröffnet Visa einen direkten Markteinstieg in das Fintech-zentrierte Geschäft von Plaid. Darüber hinaus bietet die Kombination von Visa und Plaid die Möglichkeit, den Fintech-Entwicklern verbesserte Zahlungsmöglichkeiten und damit verbundene Mehrwertdienste anzubieten.

Schließlich ermöglicht die Übernahme eine engere Zusammenarbeit mit Fintechs in allen Entwicklungsphasen und fördert das Wachstum im Kerngeschäft von Visa. “Die Kombination von Visa und Plaid wird uns in das Epizentrum der Fintech-Welt bringen, unseren gesamten adressierbaren Markt erweitern und unseren langfristigen Wachstumskurs beschleunigen”, so Visa-CEO Kelly.

Wie es weitergeht

Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Aufsichtsbehörden und anderer üblicher Abschlussbedingungen. Visa rechnet damit, die Übernahme in den nächsten drei bis sechs Monaten abschließen zu können.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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