Krise in der Automobilindustrie? Bei diesem Zulieferer nicht!

starke Zahlen aus der Industrie haben dem deutschen Aktienmarkt einen guten Wochenstart beschert. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Starke Zahlen aus der Industrie haben dem deutschen Aktienmarkt einen guten Wochenstart beschert.

Der Leitindex DAX machte einen kräftigen Sprung nach oben und notierte zwischenzeitlich deutlich über der wichtigen 10.000-Punkte-Marke.

Keine Krise in der Automobil-Industrie

Ein Grund für die gute Stimmung: Die deutsche Industrie erhielt im März überraschend viele Aufträge.

Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes lagen die Bestellungen saison- und arbeitstäglich bereinigt 1,9% über dem Niveau des Februars. Analysten hatten im Vorfeld lediglich mit einem Zuwachs um 0,6% gerechnet.

Außerdem: Der Rückgang im Februar fiel deutlich schwächer aus als bisher bekannt. Das Minus belief sich auf nur 0,8% – die Statistiker hatten zunächst einen Rückgang um 1,2% vermeldet.

Zu dieser positiven Nachricht passen auch die Quartals-Zahlen des Automobil-Zulieferers Grammer, die das Amberger Unternehmen heute präsentierte.

Grammer: Umsatz-Steigerung in allen Bereichen

Der führende Hersteller im Bereich KW-Innenausstattung und Nutzfahrzeug-Sitze konnte seinen Umsatz im 1. Quartal 2016 im Vergleich zum Vorjahres-Zeitraum um 21% auf 425,9 Mio. € steigern. Der operative Gewinn stieg gar von 6,8 auf 17,3 Mio. €.

Was mir besonders gefällt: Zu der Entwicklung trugen sowohl die Integration der zum Jahresende 2015 übernommenen Reum Gruppe als auch beide Konzern-Segmente bei.

So konnte Grammer den Umsatz im Segment Automotive deutlich um 28,9% auf 316,1 Mio. steigern. Der operative Gewinn verdoppelte sich auf nun 10,6 Mio. € (Vorjahr: 5,0).

Diese positive Entwicklung belegt die geglückten Optimierungs-Maßnahmen des vergangenen Jahres sowie geringere Vorleistungs-Kosten.

Starke Investitions-Bereitschaft

Im Segment Seating Systems konnte Grammer trotz einer marktbedingt weiter stark rückläufigen Entwicklung in Brasilien den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 4,6% auf 122 Mio. € steigern.

Der operative Gewinn lag hier bei 9,4 Mio. € und damit deutlich über dem Vorjahreswert von 5,3 Mio. €.

Aus Anlegersicht ist mir stets auch das Investitions-Verhalten wichtig. Auch hier überzeugt Grammer:

Das Unternehmen investierte zwischen Januar und März 9 Mio. € – etwas mehr als im Vorjahr (8,8 Mio. €).

Die Mittel flossen v. a. in den Aus- und Aufbau der internationalen Standorte und Fertigungs-Kapazitäten sowie in die Optimierung bestehender Standorte und Prozesse.

Für das Gesamtjahr erwartet Grammer eine Umsatz-Steigerung auf über 1,6 Mrd. € und einen deutlich positiven operativen Gewinn.

Sie sehen: Auch Grammer profitiert von der weiter steigenden Nachfrage nach Qualität made in Germany.

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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.