Krise vernichtet 8 Billionen Dollar an den Börse – wer hat das Geld?

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Die Krise hat enorme Lücken in die Depots gerissen - nur: wer profitiert davon? Ihre Chancen... (Foto: Ken Wolter / shutterstock.com)

Nach den Berichten der Agentur “Bloomberg” kostete die Krise an den Aktienbörsen bis dato 8 Billionen US-Dollar Kapital.Die niedrigeren Werte haben nicht nur institutionelle, sondern ebenso private Investoren Nerven und Geld gekostet. Achtung: diese Analyse teilen wir nicht. Denn: dahinter verbirgt sich ein Rechenfehler.Die Krise hat viel Geld gekostet, das ist richtig. Die Börsen haben die Kurse nach unten geschickt. Das ist richtig. Aber die Kurse an den Börsen spiegeln nicht immer wider, was Sie im Depot haben.

Wenn Sie etwa 30% aller Aktien an der Telekom besitzen würden und alle auf einmal verkaufen wollten, könnten Sie die aktuellen Kurse niemals erzielen. Die Kurse an der Börse zeigen nur, was gerade in der “Spitze” gehandelt wird.

Umgekehrt kann es auch sein, dass ganze Aktienpakete mehr wert sind als der aktuelle Börsenkurs*die Anzahl der Aktien.

Börsenkurse: die Momentaufnahme

Für die gehandelten Einheiten sind die Börsenkurse eine Momentaufnahme. Mehr nicht. Diese Erkenntnis aber ist wichtig. Sie können daraus zwei Informationen ableiten:

Wenn Sie langfristig investieren, ist der tatsächliche Unternehmenswert viel stärker durch andere Faktoren bestimmbar: die Gewinne, die das Unternehmen an Sie ausschüttet etwa.

Oder künftige Umsätze, Marktanteile mit strategischer Bedeutung, “versteckte” Bilanzwerte wie Immobilien oder ähnliche Vermögensbestandteile.

Wenn Sie kurzfristig “traden” wollen, ist der Kurs an den Märkten wichtig. Nur: auch hier zählt vor allem der Trend und nicht die Relation Börsenkurs*Aktien. Daher sind die errechneten 8 Billionen US-Dollar Verlust nicht richtig.

Gesunkene Kurse*Aktienanzahl

Unternehmen wie Bloomberg multiplizieren für ihre Berechnungen einfach die Aktienanzahl an den Märkten mit den gesunkenen Kursen. Schon ergibt sich ein “Verlust” von 8 Billionen US-Dollar.

Wenn “der Markt immer recht” hat, wie Warren Buffett es sagt, dann sind tatsächlich 8 Billionen US-Dollar Verlust eingetreten. Dies liegt dann allerdings an den sinkenden Geschäftsaussichten – und Gewinnen.

Die Börsen haben dann das Kapital nicht vernichtet, sondern bilanzieren schlicht, was die Unternehmen erwarten lassen. Vernichtet hat das Geld die Politik, die für die Krise durch künstlich niedrige Zinsen verantwortlich ist.

Daraus ergeben sich Konsequenzen:

  • Das vernichtete Geld resultiert aus Berechnungen und ist “künstlich”. Wer Aktienvermögen bilanziert, muss die Kurse abschreiben, der wahre Wert jedoch wird sich durch Unternehmensgewinne erst noch zeigen.
  • Wer “tradet”, hat schlechtere Verkaufs- und bessere Kaufmöglichkeiten. Da ein “Trade” Verkäufer und Käufer kennt, haben für Trader unter dem Strich die Kursverluste kein Minus gebracht.
  • Die eigentlichen Verluste durch die Krise treten in den Gewinnentwicklungen der Unternehmen ein, nicht bei den Aktienanteilen.

GeVestor meint: Damit sind Sie als Anteilseigner nur dann von der Billionen-Dollar-Verlust-Welle betroffen, wenn die Unternehmen krisenanfällig waren oder sind.

Mit den Substanzaktien, die wir Ihnen des öfteren hier nennen, steigt aber die relative Sicherheit gegenüber anderen Anlagen noch.

Die Gewinne etwa bei “Nestlé” steigen über die Jahre, wenn Konkurrenten Marktanteile verlieren. Die Börsenkrise vernichtet also nicht pauschal Geld. Kaufen Sie Substanz und Solidität jetzt günstiger als zuvor ein.

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Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.