Krisenaktie 1: Nestlé

Aktien sind Sachwerte. Als Aktionär einer AG sind Sie direkt am Unternehmen beteiligt.

Das macht Aktien im Krisenfall zu einer Burg und kann insbesondere in Inflationskrisen Vermögen erhalten.

Es gibt namhafte Großkonzerne, die sämtliche Krisen in den vergangenen Jahrzehnten überstanden haben und weltweit agieren. Konjunkturresistente Geschäfte, solide Bilanzen und nachhaltige Gewinnsteigerungen sind bei der Auswahl zu berücksichtigen. Das reduziert Ihr Risiko als Anleger. Denn so können regionale Turbulenzen von anderen Marktregionen abgefangen werden.

Ich möchte Ihnen in nächster Zeit einige Unternehmen vorstellen, die sich meinen Recherchen nach, den Namen »Krisenaktie« redlich verdient haben.

Nestlé ist breit aufgestellt

Das Schweizer Nahrungsmittelunternehmen Nestlé zeigte sich bisher krisenfest, was es zu einer attraktiven Geldanlage macht. Produkte des Unternehmens gibt es fast in jedem Haushalt.

Bis 2020 will Nestlé in den aufstrebenden Märkten in Lateinamerika, Asien und Osteuropa eine Milliarde zusätzliche Konsumenten gewinnen, was noch Potenzial für weitere Margensteigerungen und höhere Aktienkurse bedeutet.

Nestlé zeichnete sich in der Vergangenheit durch geringe Abwärtsrisiken und hoher Dividendenrendite aus. Das größte Unternehmen der Schweiz ist gleichzeitig auch der größte Nahrungsmittelhersteller der Welt.

Zur Produktpalette gehören: Tiefkühlprodukte, verschiedene Getränken (Kaffee, Tee, Mineralwasser etc.), Milchprodukte, Süßwaren, aber auch pharmazeutische Fabrikate und Produkte für Heimtiere.

Die bekanntesten Marken des Konzerns sind Nescafé, Nesquik, Maggi, Thomy, KitKat, Buitoni, LC1, Smarties und viele mehr. Die Produkte des Konzerns sind in fast allen Ländern erhältlich.

Ungewöhnliche Wege

Das organische Wachstum in Asien und Afrika ist drei Mal so hoch wie in Europa. In Lateinamerika kann der Konzern Zuwächse im zweistelligen Bereich verbuchen. Um vom großen Wachstum der Schwellenländer stärker zu profitieren, dürfte Nestlé zudem in den kommenden Monaten mit Übernahmen die Geschäfte ausweiten.

Der Schweizer Nahrungsmittelgigant geht auch ungewöhnliche Wege: Im Internet sucht das Unternehmen den Dialog mit seinen Kunden. Es will so die Produkte noch mehr an deren Wünsche anpassen.

Mitarbeiter durchforschen bereits rund um die Uhr das Internet und soziale Netzwerke nach Konsumenten-Feedback.

Eigenen Angaben zufolge, will man »zuhören, was die Verbraucher wollen« und dies dann in eine »starke Markenbindung umwandeln«. Nestlé lässt sich das zehn Prozent seines Werbebudgets kosten. Die Strategie wird sich auszahlen und den Konzern weitere Einnahmen bescheren.

Auch in puncto Krisenresistenz haben es die Schweizer über Jahrzehnte hinweg geschafft ganz weit oben zu stehen.

Der neuste Halbjahresbericht bestätigte dann auch meine Einschätzung: Nestlé hat im vergangenen Halbjahr eine Umsatzsteigerung von 7,5 % erzielt. Der Nettogewinn stieg um 8,9 %. Das Europa-Ergebnis bleibt trotz des schwierigen Umfeldes stabil.

5. September 2012

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Geldanlage-Berater Grafik 26
Von: Michael Grandt. Über den Autor

Ein Mann, der mit seiner knallharten Recherche und seinem unbestechlichen Gespür schon Tausende von Anlegern vor schweren Verlusten bewahrt hat.

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