Krisenfolge: Goldverkauf in Deutschland legt deutlich zu

Ganz aktuellen liegt Gold nicht im Trend. Speziell auf Dollar Basis hat der Preis zuletzt deutlich nachgegeben. Kurzzeitig sackte Goldpreis sogar unter die Marke von 1.050 Dollar pro Feinunze ab. Doch dieses niedrige Preisniveau, das schon seit einigen Monaten anhält, sorgt für vermehrtes Interesse im Bereich der physischen Edelmetalle.

Erst kürzlich hat der deutsche Edelmetallhändler Degussa die aktuelle Statistik zu den ersten fünf Monaten des Jahres 2015 präsentiert. Daraus wird klar: Degussa hat in einigen Monaten mehr als 50 % Umsatzsteigerung im Vergleich zum Vorjahr gehabt. Minimal legte der Goldabsatz auf Monatsbasis um 30 % zu.

Um Ihnen eine Vorstellung zu geben: Die Degussa Unternehmensgruppe hat insgesamt mehr als 500 Mio. Euro beim Gold umgesetzt. Beim physischen Gold sind die beliebtesten Produkte laut Angaben von Degussa gängige Münzen wie der Krügerrand und verschiedene goldbaren. Hier dominieren der Unzenbarren (also 31,1 g) und die 100 g oder 250 g den Markt.

Als Erklärung für die starke Nachfrage erklärt Wolfgang Wrzesniok-Roßbach, der Sprecher der Degussa Geschäftsführung: “Zu allererst die Griechenland Krise, aber auch die Zinsdiskussion sind nur einige Faktoren, die für Privatanleger derzeit eine wichtige Rolle beim Goldkauf spielen.“

Deutschland ist die weltweite Nummer 3 bei der Goldnachfrage

Deutschland ist auch im globalen Kontext ein wichtiger Markt für physisches Gold. Das bestätigen auch Zahlen des World Gold Council. Laut den Gold Demand Trends zum 1. Quartal 2015 rangiert Deutschland bei den Goldbarren und Goldmünzen hinter China und knapp hinter Indien weltweit auf dem dritten Platz der Statistik.

Der Blick auf die Performance zeigt auch die positive Entwicklung im bisherigen Jahr. Zwischenzeitlich lag der Goldpreis auf Eurobasis mehr als 15 % im Plus. Derzeit liegt das Plus noch bei 7 %. Nach der jüngsten Korrektur bringt es der DAX aber auch nur noch auf einen Zuwachs von 10 % in diesem Jahr.

Oft wird dem Gold vorgehalten, dass es auf längere Sicht keine Zinsen abwirft. Das ist sicherlich so. Doch wenn heute deutsche Privatanleger am Kapitalmarkt Zinsen generieren wollen, wird es schwierig. Hinzu kommt die weitere Diskussion über die Euro-Krise.

Gold spielt eben bei vielen Investoren immer noch eine wichtige Rolle als Sicherung. Als Privatinvestoren haben Sie in Deutschland einen großen Vorteil, dass sie Gold im Gegensatz zu den anderen Edelmetallen ohne Mehrwertsteuer kaufen und verkaufen können. Damit kommen sie schon sehr nah an den aktuellen Marktpreis.

Als Absicherung im Gesamtdepot halte ich einen Anteil von 10 % physischem Gold und maximal 5 % physischen Silber für angemessen.

9. Juli 2015

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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