Krisenfreudige Nachrichtenlage stützt den Goldpreis

Gold mit seinem Status als Krisenwährung profitiert von der schlechten Nachrichtenlage rund um Politik und Handel. (Foto: Africa Studio / shutterstock.com)

Der schwelende Handelsstreit mit den USA, die EU-kritische neue Regierung in Italien sowie die zunehmenden geopolitischen Spannungen mit Blick auf den Iran und Nordkorea sorgen für eine krisenfreudige Nachrichtenlage und stellen in der Tat ernstzunehmende Risiken für die Weltwirtschaft dar.

Davon profitiert Gold mit seinem Status als Krisenwährung. Einen kleinen Dämpfer erhielt die Goldpreisentwicklung aufgrund der positiven Wirtschaftsdaten in den USA. Die gute Wirtschaftslage des Landes lässt weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank erwarten. Damit steigt die Attraktivität des US-Dollars, was Gold verteuert und verzinsliche Wertpapiere aus den USA interessanter werden lässt. So zeigt der Goldpreis auf kurze Sicht keine klare Richtung und tendiert aktuell in eine Seitwärtsphase.

Positives Umfeld für Goldminenaktien

Das im Vergleich zum Vorjahr immer noch höhere Preisniveau für Gold dürfte die Gewinne der Goldminengesellschaften und somit auch die Aktienkurse in den kommenden Quartalen weiter antreiben. Der positive Gewinnausblick wird durch die umfangreichen Aufräumarbeiten der Unternehmen flankiert.

Viele unrentable Minen wurden inzwischen abgestoßen oder stillgelegt und die Schulden konsequent abgebaut. So hat sich die Produktivität der Goldminengesellschaften verbessert. Zudem stellen sich die Bilanzen deutlich gestärkt dar. So sind viele Goldminengesellschaften bereits dazu übergegangen, ihre Investitionen hochzufahren. In den kommenden Jahren werden daher wieder steigende Produktionsmengen erwartet.

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9% Dividende und Kurssteigerungen bei Norilsk Nickel in Sicht

Die positive Entwicklung des Nickelpreises wird die Erträge von Norilsk Nickel im laufenden Jahr voraussichtlich deutlich steigen lassen. Aktuell zeigt sich eine hohe Nachfrage nach Nickel, insbesondere aus China. Dabei befindet sich der Nickelmarkt bereits in einem Angebotsdefizit. Für zusätzliche Fantasie sorgt die zunehmende Forcierung von Elektrofahrzeugen.

Wir bleiben daher optimistisch für Norilsk Nickel gestimmt. Als Bonbon verspricht die Aktie eine üppige Dividendenrendite. Wir rechnen auf Basis aktueller Schätzungen mit einer Dividendenrendite von rund 9% für das laufende Jahr. Die konsequente Shareholder-Value-Politik des Unternehmens senkt das Risiko von Anlageverlusten, was langfristig betrachtet gerade bei schwankungsfreudigen Rohstoffaktien zum Tragen kommen sollte.

Wer vor 5 Jahren ADR-Aktien von Norilsk zum Preis von jeweils 11 € kaufte, kann sich heute nicht nur über einen Kursanstieg von 40%, sondern zusätzlich über Dividendenerträge von insgesamt 49% freuen. Dabei haben wir die anstehende Schlussdividende für das abgelaufene Geschäftsjahr noch nicht mit einberechnet. Selbst wenn sich der Aktienkurs halbiert, hätte eine Investition vor 5 Jahren dank der umfangreichen Dividenden eine positive Rendite eingebracht.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.