Krisenherd Italien: Probleme sind schon lange bekannt – aber es wurde nichts getan

Der Krisenherd Italien tauchte in diesem Jahr für viele Marktbeobachter sehr überraschend auf.

Tatsächlich haben eben die Probleme in Griechenland die Probleme in Italien überlagert. Zudem sind auch die Probleme in den Krisenländern sehr unterschiedlich.

Griechenland ist ein nahezu komplett bankrottes Land, was nur noch durch massive Hilfszahlungen überlebt. Die Rückkehr in ein geordnetes Wirtschafts-Wachstum ist erst einmal noch nicht in Sicht.

In Italien erleben wir hingegen eine massive Strukturkrise des Banken-Sektors. Und diese Krise ist eben nicht vom Himmel gefallen, sondern hat sich schon lange Zeit angedeutet.

Schon im August 2015 schrieb ich:

„Doch verschwiegen wird Ihnen dabei, dass auch andere Südländer neben Griechenland immer mehr in Probleme geraten.

Euro-Krise geht weiter: Massiver Schulden-Anstieg in Italien

Allein im 1. Halbjahr 2015 hat Italien mit über 83 Mrd. € fast mehr neue Schulden aufgenommen, als das ganze neue Rettungs-Programm für Griechenland ausmachen soll.

Die Staatsverschuldung ist damit auf über 2.218 Mrd. € und 133% zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) angestiegen.

Italien ist damit nach Griechenland das in Bezug auf das BIP am meisten verschuldete Land in der Eurozone.

Diese Schulden sind sogar absolut mehr als die ganze deutsche Staatsverschuldung, die derzeit bei etwa 2.206 Mrd. € liegt.

Dabei ist die Wirtschaft in Deutschland deutlich produktiver als die von Italien. Dazu kommt, dass die Industrie-Produktion sich von der Finanzkrise 2008 nicht mehr erholt hat und seither um 1/4 gesunken ist.

Gleichzeitig hat sich seither die Arbeitslosigkeit verdoppelt und ist das Pro-Kopf-Einkommen auf den Stand von 1997 gesunken.

Das sind Zahlen, die Ihnen deutlich zeigen, dass sich hier schon wieder ein noch viel größeres Desaster als mit Griechenland abzeichnet:

Italien ist das drittstärkste Land in Europa und zu groß, um mit Rettungs-Paketen – wie Griechenland – vorübergehend gerettet zu werden.

Hier zeigt sich Ihnen, dass die Euro-Krise letztlich überhaupt nicht lösbar ist, weil die ganzen Euro-Staaten nicht zusammenpassen und deshalb auch nie dauerhaft mit einer einzigen Währung wirtschaften können.“

Soweit meine Einschätzung aus dem Sommer 2015.

Fazit: Es wird auch 2017 nicht besser

An den damaligen Fakten erkennen Sie schon, wie groß die Probleme in den Italien schon damals waren – und die haben sich sogar noch weiter verschlimmert.

Auch 2017 wird daher ein weiteres Jahr der Krise in der Euro-Zone werden, das steht für mich jetzt schon fest – v. a. auch, weil eben der Euro beispielsweise zum US-Dollar immer weiter an Wert verliert.

21. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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