Krisenschutz-Irrsinn: So werden Sie für dumm verkauft

Viele Ökonomen und Politiker behaupten, dass 2017 ein Schicksalsjahr wird.

Fürwahr: Der BrExit kommt, einige systemrelevante Banken in der EU – allen voran die italienischen – stehen mit faulen Krediten vor dem Abgrund.

Und wie es mit dem neuen US-Präsidenten Donald Trump weitergeht, steht noch in den Sternen – zumal er für jede Überraschung gut ist.

Ganz abgesehen von den geostrategischen Problemen in Syrien, dem Jemen und in der Ukraine…

Politiker: Sorgen Sie privat fürs Alter vor

Auch in diesem Wahljahr predigen Ihnen Politiker und Medien gebetsmühlenartig, dass Sie für Ihr Alter vorsorgen müssen.

Denn die gesetzliche Rentenversicherung reicht bei Weitem nicht mehr aus, Ihren gewohnten Lebensstandard im Ruhestand zu halten.

So will der Staat mit sogenannten geförderten, privaten Altersvorsorge-Produkten verhindern, dass Sie später einmal in die Alters-Armut abrutschen.

Traditionelle Geldanlagen bieten keinen Krisenschutz

Wie dem auch sei: Banken und Versicherer wollen Ihnen nach wie vor – fast wie bei Drücker-Kolonnen – herkömmliche Geldanlagen als Krisenschutz verkaufen. Doch diese taugen nicht die Bohne!

Wir haben für Sie diese angeblichen Vorsorge-Maßnahmen einmal unter die Lupe genommen – mit erschreckenden Ergebnissen:

Krisenschutz-Irrsinn Kapitallebensversicherung

Sie wissen es wahrscheinlich selbst: Der Garantiezins fällt von Jahr zu Jahr. Gemeint ist damit die Verzinsung, die der Versicherer aufgrund von gesetzlichen Vorgaben mindestens bieten muss.

Im Jahr 2000 lag dieser noch bei satten 4%, 2016 bei 1,25% und 2017 bei mickrigen 0,9%. Dabei wird lediglich der Sparanteil verzinst.

So gilt der Garantiezins von einem monatlichen Versicherungs-Beitrag von 100 € nach Abzug von Vermittler-Provision, Verwaltungs- und Risiko-Kosten mitunter noch für 75 – 85 €.

Haben Sie das gewusst? – Ergo: Versicherungen sind weder ein Sachwert noch resistent gegen eine Währungs-Reform!

Krisenschutz-Irrsinn fondsgebundene Lebensversicherung

Für eine fondgebundene Lebensversicherung gilt dasselbe wie für eine Kapitallebensversicherung.

Allerdings: Die Beiträge sind steuerlich nicht absetzbar. Es entstehen oft hohe Kosten, z. B. kann der Ausgabe-Aufschlag je nach Anbieter zwischen 2 und 5% liegen.

Hinzu kommen Transaktions-Kosten, Management- und Verwaltungs-Gebühr sowie eine Depotbank-Vergütung.

Hohes Risiko

Fondsgebundene Lebensversicherungen haben eine feste Laufzeit. Der Todesfall-Schutz (Risiko-Anteil) reduziert die Auszahlungs-Summe zusätzlich. Außerdem ist eine Gesundheits-Prüfung erforderlich.

Bedenken Sie: Die Auswahl der Fonds ist entscheidend für den Erfolg des Kapital-Einsatzes!

Eine Auszahlung ist jedoch nicht sicher, da die Ablauf-Leistung an die Entwicklung der Fonds gekoppelt ist, also an jene, in die der Sparanteil der Versicherung investiert wird.

Fondsgebundene Lebensversicherungen sind vom Geschehen auf den Finanzmärkten abhängig.

6. Februar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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