Krisensignale aus den USA werden immer lauter

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Die Konjunkturdaten aus den USA sind aktuell sehr schwach. Hinzu kommen die weiter massiv steigenden Schulden. (Foto: Kamira / Shutterstock.com)

Der Blick in die USA ist wichtig – und zeigt vor allem wirtschaftlich immer wieder an, was uns in Europa auch bevorsteht. Die Vereinigten Staaten sind nun einmal die wichtigste Volkswirtschaft der Welt. Daher sollte es uns schon aufhorchen lassen, wenn aus Übersee nur noch schwache Wirtschaftsdaten kommen. Zudem steigen die Schulden weiter massiv an. Das ist eine explosive Mischung, bei der es meiner Einschätzung nach nicht mehr lange gutgehen wird.

Erst einmal zur wirtschaftlichen Lage. Laut aktueller Schätzungen der regionalen Notenbank in Atlanta wächst die US-Wirtschaft im 1. Quartal aktuell nur mit einer Jahresrate von 0,3%. Das ist nur noch knapp über einer Rezession. Zudem ist das ganz klar unter den Wachstumszielen der Währungshüter. Die geben 3% als jährliches Wachstumsziel heraus. Sollte sich die aktuelle Prognose in der Realität bestätigen, heißt das: Die US-Wirtschaft wächst nur ein Zehntel so stark wie sie wachsen sollte.

Und hinzu kommen jetzt noch die schwachen Konjunkturdaten. Hier nur ein Beispiel aus den vergangenen Tagen. So sind die Bauinvestitionen im Dezember 2018 allein im Vergleich zum November 2018 um 0,6% gefallen. Das ist ein klarer Negativtrend.

Kreditkarten-Schulden auf Rekordniveau

Verschärft wird die schon angespannte Lage auch noch durch die weiter ausufernden Schulden. Die einfachste Form der Verschuldung in den USA sind noch immer die Kreditkarten. Mittlerweile gibt es 480 Millionen Kreditkarten in den USA. Das sind noch einmal rund 100 Millionen mehr als zum Beginn der letzten Rezession. Umgerechnet auf die Bevölkerung bedeutet das: Für jeden US-Bürger vom Baby bis zum Greis gibt es aktuell 1,5 Kreditkarten. In der Summe sind die ausstehenden Kredite zum Stichtag Ende 2018 auf die Rekordsumme von 870 Mrd. Dollar angestiegen.

Wenn man jetzt alle Verbraucherschulden in den USA zusammenfasst ergibt sich die unglaubliche Gesamtsumme von 13,5 Billionen Dollar. Gleichzeitig steigen auch die Unternehmensschulden stetig an. Dabei nimmt auch der Anteil der schwach bewerteten Unternehmensschulden weiter massiv zu. Das Volumen der schwach bewertetet BBB-Anleihen, die eine Stufe über dem Ramsch-Niveau angesiedelt sind, ist allein 2018 von 800 Mio. Dollar auf 2,7 Mrd. Dollar angestiegen.

Stellen Sie sich vor: Die Unternehmensschulden in den USA haben sich seit der letzten Finanzkrise mehr als verdoppelt. Genau dieser Faktor macht unser gesamtes Finanzsystem derzeit besonders anfällig für den nächsten Crash. Vor 10 Jahren konnten die Zentralbanken noch stützend eingreifen. Doch mit den jetzt ausufernden Schulden wird es bei der nächsten Krise nicht mehr möglich sein.

Das Kartenhaus wackelt schon und es fehlt nur noch ein Lufthauch, um es tatsächlich zum Einsturz zu bringen. Was dieser Lufthauch sein kann, ist schwer zu sagen. Aber wer seinen Wohlstand auf immer stärker steigenden Schulden aufbaut – sowie es die USA schon lange machen – darf sich nicht wundern, wenn dieses Kartenhaus dann eines Tages einfach einstürzt.

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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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