Krones-Aktie: trotz hoher Sonderbelastung im Rally-Modus

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Die Anleger der Krones-Aktie haken offenbar die Gewinnwarnung ab – denn die Aktie ist trotz der Sonderbelastung im Rally-Modus. (Foto: K. Thalhofer/AdobeStock)

Mit einer saftigen Gewinnwarnung hat der Mittelständler Krones seine Anleger vor wenigen Wochen geschockt. Ein halbiertes Margenziel nahmen die Anleger zum Anlass, die Aktie fallen zu lassen wie die sprichwörtlich heiße Kartoffel. Zwischenzeitlich taumelte die Aktie auf ein Sechsjahrestief, hat sich aber seither wieder deutlich um fast 30% erholt.

Marktführer bei Maschinen für die Getränke- und Nahrungsmittel-Industrie

Falls Ihnen Krones noch kein Begriff ist: Der Konzern ist ein sogenannter Hidden Champion, ein familiengeführter Weltmarktführer (Familie Kronseder hält weiterhin 51% aller Aktien), der seit 1984 an der Börse notiert ist. Krones produziert Maschinen für die Getränke und Nahrungsmittel-Industrie. Rund 90% der Erlöse werden außerhalb von Deutschland erzielt.

Dabei ist das Geschäft mit Abfüll-Anlagen, überwiegend für Getränke, mit 80% des Konzern-Umsatzes und mehr als 100% des operativen Ergebnisses, der mit Abstand wichtigste Bereich. Das Anlagen-Geschäft der Prozess-Technik erzielt rund 15% des Konzern-Umsatzes und ist ebenso wie der kleinste Bereich, KOSME (unteres Leistungs-Spektrum bei Abfüll-Anlagen), defizitär.

Demographie und Emerging Markets treiben das Wachstum an

Krones ist mit einem Anteil von rund 23% bei Getränke-Abfüllmaschinen klarer Weltmarktführer vor der zu Tetra Laval gehörenden Sidel (11%) und der zu Salzgitter gehörenden KHS (9%). Wachstumstreiber für die Branche sind v. a. die zunehmende Weltbevölkerung und steigender Wohlstand insbesondere in den bevölkerungsreichen Emerging Markets. Die Branche hat in den letzten stark von der wachsenden Nachfrage nach PET-Anlagen profitiert, da die PET-Flaschen zunehmend alternative Verpackungen, wie Glas, Dosen und Karton verdrängen.

Die fetten Jahre sind (vorerst) vorbei

Die strukturellen Wachstums-Trends machten sich auch in den Zahlen bemerkbar. So kletterten die Erlöse seit 2009 von 1,85 auf 3,85 Milliarden Euro im zurückliegenden Geschäftsjahr. Die Gewinne erhöhten sich seither von 34 auf 151 Millionen Euro. Allerdings war die Profitabilität zuletzt rückläufig. Allein im vergangenen Geschäftsjahr sank die Gewinnspanne um 1,19 Prozentpunkte auf 3,92%.

Gewinnwarnung schickt Aktie auf Talfahrt

Dieser negative Trend setzte sich zuletzt mit erhöhter Dynamik fort und mündete in einer saftigen Gewinnwarnung im Oktober. Zwar soll der Umsatz im laufenden Geschäftsjahr weiterhin um 3% auf dann rund vier Milliarden Euro ansteigen. Unter dem Strich bleibt beim Weltmarktführer für Getränkeabfüllanlagen aber wesentlich weniger übrig. Krones stellt nämlich nun für das Gesamtjahr nur noch eine bereinigte Vorsteuermarge von 3% in Aussicht. Für Sie zum Vergleich: Bislang war der Abfüllspezialist noch von einer Vorsteuermarge von bis zu 6% ausgegangen.

Sonderkosten sollen sich schnell amortisieren

Jetzt gab der Familienkonzern konkrete Details zu seinem bereits kommunizierten Sparpaket bekannt. Krones investiert 30 Millionen Euro in den Abbau von 500 Stellen und wird weitere 40 Millionen Euro für das teilweise Einstellen eines Geschäftsfelds sowie Goodwill-Abschreibungen aufwenden. Die Sonderbelastungen sollen sich aber bereits innerhalb von zwei Jahren amortisieren.

Für die Anleger dürfte die Größenordnung keine Überraschung gewesen sein. Immerhin hatte Firmenboss Christoph Klenk bei der Vorlage der Q3-Zahlen bereits eine Range zwischen 60 und 80 Millionen Euro avisiert. Die Sonderkosten sollen noch in diesem Jahr verbucht werden und die Marge vor Steuern auf rund 1% drücken. Für Sie zum Vergleich: In den ersten neun Monaten lag die Vorsteuergewinnmarge noch bei 2,1%.

Mittelfristig wieder deutlich höhere Margen in Sicht

Auf mittelfristige Sicht zeigt sich der Konzern aber weiter zuversichtlich und peilt wieder eine Bandbreite bei der Vorsteuergewinnmarge von 6 bis 8% an. Für 2020 und 2021 erwartet Krones eine Erhöhung des Gewinns vor Steuern um etwa 150 Millionen Euro.

Allerdings müssen sich die Aktionäre auf eine niedrigere Dividende einstellen. Während im Vorjahr mit 1,7 Euro fast 36% des Konzerngewinns an die Anleger ausgeschüttet wurde, soll die Ausschüttungsquote künftig wieder auf 25 bis 30% reduziert werden. Die Aktionäre scheint es momentan nicht zu stören. Sie feiern das konsequente Durchgreifen des Managements und sehen das Licht am Ende des Tunnels.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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