Krones-Aktie: Familien-Unternehmen schraubt Gewinnziele nach oben

In den letzten Tagen konnte die Krones-Aktie einen Teil ihrer Verluste der vergangenen Wochen wieder wettmachen:

Um satte 10% ging es alleine am Mittwoch nach oben. Dabei war die Stimmung der Anleger seit Ende letzten Jahres deutlich eingetrübt.

Die Aktie musste von ihren Höchstständen bei knapp 116 € kräftig Federn lassen und sank im Tief bis auf 81 €, bevor eine Bodenbildung einsetzte.

Die Anleger machten sich zunehmend Sorgen um die zukünftigen Gewinn-Margen des Familien-Unternehmens.

Da dürfte die neue Jahres-Prognose gerade recht gekommen sein. Die Anleger zeigten sich jedenfalls begeistert und auch die Analysten zeigten sich beeindruckt.

Firmenchef geht in die Offensive

Trotz des Preisdrucks in der Herstellung von Getränke-Abfüllanlagen zeigt sich die Konzernführung optimistisch:

Firmenchef Christoph Klenk peilt bis zum Jahr 2020 eine jährliche Steigerung der Erlöse um 7% an.

Dabei sollen 5% aus organischem Wachstum, der Rest durch kleinere Übernahmen erwirtschaftet werden.

Vorstellbar wären kleine Deals in Asien mit einer Umsatzgröße zwischen 30 und 80 Mio. €.

Bei der Vorsteuer-Marge will Krones sogar noch einen draufsatteln. Nach 6,9% im letzten Quartal soll die Marge bis 2020 auf 8% verbessert werden.

Bei der Eigenkapital-Rentabilität peilt das Unternehmen 20% an. Erreicht werden sollen die sportlichen Ziele durch eine Verlagerung von Teilen des Einkaufs, der Entwicklung und der Produktion ins Ausland.

Es soll stärker dort produziert werden, wo auch die Kunden ihre Fabriken haben. Entsprechend plant Krones einen Mitarbeiter-Aufbau im Ausland – zugleich stehen Stellen-Streichungen im Inland nicht auf der Agenda.

Krones trotz dem schwierigen Marktumfeld

Dabei konnten sich auch die aktuellen Zahlen des Konzerns durchaus sehen lassen.

Trotz Preisdruck bei den Abfüll-Maschinen für die Getränke-Industrie kletterten die Umsätze im letzten Quartal um 7% auf fast 820 Mio. €.

Da die Firma bei den Kosten auf die Bremse trat, konnten die Gewinne sogar um 12% auf 40 Mio. € gesteigert werden.

Zugleich macht der Auftrags-Eingang mit 850 Mio. € den Anlegern Mut (+8%) was die weitere Jahres-Planung angeht.

Denn die blieb mit einem avisierten Umsatz-Zuwachs von 3% und einer Vorsteuer-Marge von 7% unverändert.

Mit Abstand Weltmarktführer

Krones ist ein wahrer Traditions-Konzern. Seit 1984 ist die mehrheitlich im Besitz der Gründer-Familie Kronseder befindliche Firma bereits an der Börse notiert.

Krones ist mit einem Anteil von rund 23% bei Getränke-Abfüllmaschinen klarer Weltmarktführer vor der zu Tetra Laval gehörenden Sidel (11%) und der zu Salzgitter gehörenden KHS (9%).

Der Konzern produziert Maschinen und Anlagen für die Getränke- und Nahrungsmittel-Industrie. Rund 90% der Umsätze werden außerhalb Deutschlands erzielt.

Das Geschäft mit Abfüll-Anlagen, überwiegend für Getränke, ist mit ca. 80% des Konzern-Umsatzes und mehr als 100% des operativen Ergebnisses der mit Abstand wichtigste Bereich.

Das Anlagen-Geschäft der Prozess-Technik erzielt rund 15% des Konzern-Umsatzes und schreibt ebenso wie der kleinste Bereich, KOSME (unteres Leistungs-Spektrum bei Abfüll-Anlagen), rote Zahlen.

Beeindruckende Erfolgs-Geschichte

Wachstumstreiber für die Branche sind v. a. die  zunehmende Weltbevölkerung und steigender Wohlstand insbesondere in den bevölkerungsreichen Emerging Markets.

Die Branche hat in den letzten stark von der wachsenden Nachfrage nach PET-Anlagen profitiert. PET-Flaschen substituieren zunehmend alternative Verpackungen, wie Glas, Dosen  und Karton.

Seit 2004 verdoppelten sich die Jahres-Umsätze von 1,51 Mrd. € auf 3,17 Mrd. €.

Bei einem Profit von 157 Mio. € erreichte die Gewinn-Spanne im zurückliegenden Geschäftsjahr mit 4,96% das höchste Niveau seit mehr als 10 Jahren.

28. Oktober 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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