Krones-Aktie: Gewinnwarnung schockiert die Anleger und lässt Aktie auf Sechsjahrestief abrauschen

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Krones: Maschinenbauer schockt Anleger mit saftiger Gewinnwarnung. Plastikdebatte macht Krones schwer zu schaffen. Investoren schmeißen nach halbiertem Margenziel vorerst das Handtuch (Foto: K. Thalhofer/AdobeStock)

Mit einer saftigen Gewinnwarnung hat der Mittelständler Krones seine Anleger am Mittwoch geschockt. Ein halbiertes Margenziel nahmen die Anleger zum Anlass, die Aktie fallen zu lassen wie die sprichwörtlich heiße Kartoffel. Mit einem Tagesminus von 20% hielt die Aktie die rote Laterne im SDAX und rutschte auf das tiefste Niveau seit dem Jahr 2013 ab.

Marktführer bei Maschinen für die Getränke- und Nahrungsmittel-Industrie

Falls Ihnen Krones noch kein Begriff ist: Der Konzern ist ein sogenannter Hidden Champion, ein familiengeführter Weltmarktführer (Familie Kronseder hält weiterhin 51% aller Aktien), der seit 1984 an der Börse notiert ist. Krones produziert Maschinen für die Getränke und Nahrungsmittel-Industrie. Rund 90% der Erlöse werden außerhalb von Deutschland erzielt.

Dabei ist das Geschäft mit Abfüll-Anlagen, überwiegend für Getränke, mit 80% des Konzern-Umsatzes und mehr als 100% des operativen Ergebnisses, der mit Abstand wichtigste Bereich. Das Anlagen-Geschäft der Prozess-Technik erzielt rund 15% des Konzern-Umsatzes und ist ebenso wie der kleinste Bereich, KOSME (unteres Leistungs-Spektrum bei Abfüll-Anlagen), defizitär.

Demographie und Emerging Markets treiben das Wachstum an

Krones ist mit einem Anteil von rund 23% bei Getränke-Abfüllmaschinen klarer Weltmarktführer vor der zu Tetra Laval gehörenden Sidel (11%) und der zu Salzgitter gehörenden KHS (9%). Wachstumstreiber für die Branche sind v. a. die zunehmende Weltbevölkerung und steigender Wohlstand insbesondere in den bevölkerungsreichen Emerging Markets. Die Branche hat in den letzten stark von der wachsenden Nachfrage nach PET-Anlagen profitiert, da die PET-Flaschen zunehmend alternative Verpackungen, wie Glas, Dosen und Karton verdrängen.

Die fetten Jahre sind (vorerst) vorbei

Die strukturellen Wachstums-Trends machten sich auch in den Zahlen bemerkbar. So kletterten die Erlöse seit 2009 von 1,85 auf 3,85 Milliarden Euro im zurückliegenden Geschäftsjahr. Die Gewinne erhöhten sich seither von 34 auf 151 Millionen Euro. Allerdings war die Profitabilität zuletzt rückläufig. Allein im vergangenen Geschäftsjahr sank die Gewinnspanne um 1,19 Prozentpunkte auf 3,92%.

Gewinnwarnung schickt Aktie auf Talfahrt

Dieser negative Trend setzte sich zuletzt mit erhöhter Dynamik fort und mündete in einer saftigen Gewinnwarnung, die am Mittwoch über die Ticker ging. Zwar soll der Umsatz im laufenden Geschäftsjahr weiterhin um 3% auf dann rund vier Milliarden Euro ansteigen. Unter dem Strich bleibt beim Weltmarktführer für Getränkeabfüllanlagen aber wesentlich weniger übrig. Krones stellt nämlich nun für das Gesamtjahr nur noch eine Vorsteuermarge von 3% in Aussicht. Für Sie zum Vergleich: Bislang war der Abfüllspezialist noch von einer Vorsteuermarge von bis zu 6% ausgegangen.

Kosten laufen aus dem Ruder

Mit der Gewinnwarnung setzt sich die Reihe der Enttäuschungen für die Anleger weiter fort. Bereits im letzten Jahr wurde die Mittelfristprognose nach hinten geschoben. Jetzt kämpft das Neustraublinger Unternehmen vor allem mit hohen Materialkosten. Die eingeleiteten Schritte mit neuen Lieferketten in China und Ungarn beginnen nur sehr zögerlich zu greifen. Zugleich hinterließ ein ungünstiger Produktmix Bremsspuren. So konnten weniger der margenstarken Maschinen und Anlagen der Kunststofftechnik abgesetzt werden als ursprünglich geplant.

Konjunkturentwicklung führt zu massiven Einschnitten

Eine schnelle Besserung scheint nicht in Sicht zu sein. Auf Grund der sich abschwächenden Investitionsbereitschaft der Kunden dürfte die schwierige Lage weiter anhalten. Zudem macht sich die kritische Diskussion rund um die Plastikflaschen negativ bemerkbar. Die Nachfrage nach Maschinen zur Abfüllung von Plastikflaschen, die besonders lukrativ für Krones sind, stockt zunehmend.

Unterdessen versucht die Konzernführung gegenzusteuern. Preiserhöhungen, ein Einstellungsstopp und ein strikter Fokus auf die Kosten sollen das Unternehmen wieder auf den Wachstumspfad bringen.

Mittelfristziele bleiben weiter bestehen

So zeigt sich die Unternehmensführung auf lange Sicht auch weiterhin zuversichtlich. Je nach gesamtwirtschaftlicher Lage und Entwicklung an den Märkten des Unternehmens rechnet der Vorstand mit einem jährlichen durchschnittlichen Umsatzwachstum von 3 bis 5% ohne Zukäufe. Zugleich hält Krones an seinem Margenziel von 6 bis 8% unverändert fest. Helfen soll dabei auch ein neues Werk in Ungarn, wo noch im Laufe dieses Jahres die Produktion beginnen soll. Positive Ergebniseffekte sind ab 2020 zu erwarten.

Die Anleger scheinen diese Aussagen im Moment wenig zu beruhigen. Fest steht – die Krones-Führung ist in der Bringschuld und muss nun schnellstmöglich wieder Vertrauen und Glaubwürdigkeit aufbauen. Nur dann können Anleger mit einer nachhaltigen Trendwende beim Aktienkurs rechnen.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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