Krones-Aktie: Maschinenbauer meldet Gewinneinbruch

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Der Gewinn von Krones sinkt auf Finanzkrisenniveau, denn hohe Einmalkosten sorgen für Bremsspuren -die Erholungsbewegung der Aktie findet ein abruptes Ende. (Foto: K. Thalhofer/AdobeStock)

Kaum war die Zuversicht der Anleger wieder zurückgekehrt, kommt der nächste Dämpfer. Krones meldete den niedrigsten Gewinn seit der Finanzkrise. Die unschöne Kombination von operativer Schwäche und hohen Sonderkosten sorgten für deutliche Bremsspuren. Die Reaktion der Investoren folgte prompt und fiel heftig aus. Um beinahe 10% rauschten die Krones-Papiere in den letzten Tagen in den Keller.

Marktführer bei Maschinen für die Getränke- und Nahrungsmittel-Industrie

Bevor ich auf die jüngsten Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen die Firma erst einmal näher vorstellen. Der Konzern ist ein sogenannter Hidden Champion, ein familiengeführter Weltmarktführer (Familie Kronseder hält weiterhin 51% aller Aktien), der seit 1984 an der Börse notiert ist. Krones produziert Maschinen für die Getränke und Nahrungsmittel-Industrie. Rund 90% der Erlöse werden außerhalb von Deutschland erzielt.

Dabei ist das Geschäft mit Abfüll-Anlagen, überwiegend für Getränke, mit 80% des Konzern-Umsatzes und mehr als 100% des operativen Ergebnisses, der mit Abstand wichtigste Bereich. Das Anlagen-Geschäft der Prozess-Technik erzielt rund 15% des Konzern-Umsatzes und ist ebenso wie der kleinste Bereich, KOSME (unteres Leistungs-Spektrum bei Abfüll-Anlagen), defizitär.

Demographie und Emerging Markets treiben das Wachstum an

Krones ist mit einem Anteil von rund 23% bei Getränke-Abfüllmaschinen klarer Weltmarktführer vor der zu Tetra Laval gehörenden Sidel (11%) und der zu Salzgitter gehörenden KHS (9%). Wachstumstreiber für die Branche sind v. a. die zunehmende Weltbevölkerung und steigender Wohlstand insbesondere in den bevölkerungsreichen Emerging Markets. Die Branche hat in den letzten stark von der wachsenden Nachfrage nach PET-Anlagen profitiert, da die PET-Flaschen zunehmend alternative Verpackungen, wie Glas, Dosen und Karton verdrängen.

Die fetten Jahre sind (vorerst) vorbei

Die strukturellen Wachstums-Trends machten sich auch lange in den Zahlen bemerkbar. So kletterten die Erlöse seit 2009 von 1,85 auf knapp 4 Milliarden Euro im zurückliegenden Geschäftsjahr. Obwohl der Umsatz im zurückliegenden Geschäftsjahr um 2,7% nach oben kletterte, musste Krones einen satten Gewinneinbruch ausweisen. Das Vorsteuerergebnis schmolz um 80% auf 41,7 Millionen Euro zusammen. Dabei ging allerdings ein Teil auf die Kosten des Personalabbauprogramms und Wertminderungen zurück.

Marge auf Finanzkrisenniveau

Dass die Ergebnisse schwach ausfallen würden, war hinlänglich bekannt. Bereits im Dezember hatte die Konzernführung kommuniziert, dass sie mit rund 70 Millionen Euro an Sonderkosten rechnet. Doch auch ohne die Sonderkosten sank die Vorsteuergewinnmarge auf 2,8%. Damit lag die Profitabilität nicht nur auf dem niedrigsten Niveau seit der Finanzkrise, sondern auch leicht unter der internen Prognose von 3%.

Auftragseingang sendet Hoffnungsschimmer

Allerdings gab es in dem vorläufigen Zahlenwerk auch Lichtblicke. So erhöhte sich der Auftragseingang im Schlussquartal immerhin um 10% auf 1,1 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr stieg der Auftragseingang damit um 3% auf 4,08 Milliarden Euro.

Neuigkeiten auf dem Kapitalmarkttag

Eine Prognose lieferte Krones mit Vorlage der vorläufigen Zahlen noch nicht. Die Anleger müssen sich vorerst bis zum 19. März gedulden. Dann will der Familienkonzern Details zum Sparprogramm und zu seiner Prognose für das laufende Geschäftsjahr präsentieren. Unterdessen steht die Mittelfristprognose: Krones wieder eine Bandbreite bei der Vorsteuergewinnmarge von 6 bis 8% erreichen. Wie schnell das Ziel allerdings erreicht wird, steht bislang noch in den Sternen.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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