Krones: Anleger fliehen nach schwachen Zahlen aus der Aktie des Maschinenbauers

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Der Maschinenbauer Krones rutscht tiefer in die roten Zahlen - und die Aktie notiert nach den Ergebnissen und dem unsicheren Ausblick deutlich in den Keller. (Foto: K. Thalhofer/AdobeStock)

Dass es nicht einfach werden würde, war klar. Immerhin hatte die Konzernführung des Abfüll- und Verpackungsmaschinenhersteller Krones in den letzten Monaten offen und transparent über die aktuell schwierige Lage aufgeklärt. Mit starken Einschlägen im zweiten Quartal war also zu rechnen. Trotzdem zeigten sich Anleger nach der Präsentation der Ergebnisse enttäuscht und sorgten mit ihren Verkäufen für einen kräftigen Rücksetzer der Aktie. Zeitweilig gaben die Papiere über 10%. Auf Sicht der letzten Monate gehört die Aktie nunmehr zu den klaren Underperformern. Seit dem März-Tief können sich die Aktionäre „nur“ über ein Kursplus von rund 20% freuen. Für Sie zum Vergleich: Der MDAX, in dem die Krones-Aktie auch enthalten ist, verzeichnete im gleichen Zeitraum einen Wertzuwachs von knapp 46%.

Marktführer bei Maschinen für die Getränke- und Nahrungsmittel-Industrie

Bevor ich auf die jüngsten Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen die Firma erst einmal näher vorstellen. Der Konzern ist ein sogenannter Hidden Champion, ein familiengeführter Weltmarktführer (Familie Kronseder hält weiterhin 51% aller Aktien), der seit 1984 an der Börse notiert ist. Krones produziert Maschinen für die Getränke und Nahrungsmittel-Industrie. Rund 90% der Erlöse werden außerhalb von Deutschland erzielt.

Dabei ist das Geschäft mit Abfüll-Anlagen, überwiegend für Getränke, mit 80% des Konzern-Umsatzes und mehr als 100% des operativen Ergebnisses, der mit Abstand wichtigste Bereich. Das Anlagen-Geschäft der Prozess-Technik erzielt rund 15% des Konzern-Umsatzes und ist ebenso wie der kleinste Bereich, KOSME (unteres Leistungs-Spektrum bei Abfüll-Anlagen), defizitär.

Demographie und Emerging Markets treiben das Wachstum an

Krones ist mit einem Anteil von rund 23% bei Getränke-Abfüllmaschinen klarer Weltmarktführer vor der zu Tetra Laval gehörenden Sidel (11%) und der zu Salzgitter gehörenden KHS (9%). Wachstumstreiber für die Branche sind v. a. die zunehmende Weltbevölkerung und steigender Wohlstand insbesondere in den bevölkerungsreichen Emerging Markets. Die Branche hat in den letzten stark von der wachsenden Nachfrage nach PET-Anlagen profitiert, da die PET-Flaschen zunehmend alternative Verpackungen, wie Glas, Dosen und Karton verdrängen.

Investitionszurückhaltung sorgt für Bremsspuren

Im abgelaufenen zweiten Quartal sorgte die Corona-Pandemie für spürbare Bremseffekte. Der Umsatz ging von April bis Juni 2020 im Vergleich zum Vorjahr auf 756,6 Millionen Euro zurück. Nachdem im Startquartal die Umsätze nur um 4,5% nachgaben, schmolzen sie im gerade abgelaufenen Vierteljahr um immerhin 16,5% zusammen. Das ist vor allem das Resultat der anhaltenden Investitionszurückhaltung, die Krones mit voller Wucht zu spüren bekommt. Im aktuell unsicheren Umfeld zögern viele Kunden und stellen Investitionen zurück. Allein im zweiten Quartal sackte der Auftragseingang um satte 38% in den Keller.

Krones rutscht tiefer in die roten Zahlen

Das macht sich besonders in der Gewinnentwicklung bemerkbar. Vor Steuern vergrößerte sich der Quartalsverlust auf 21,2 Millionen Euro nach -3,6 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Allerdings beinhaltete das Ergebnis auch Firmenwertabschreibungen von 13,6 Millionen Euro. Zudem machte sich eine Erhöhung der Kreditrisikovorsorge um 3,2 Millionen Euro bemerkbar. Unter dem Strich lag das Konzernergebnis bei -17,6 Millionen Euro (Vorjahresquartal: -3 Mio. Euro). Dies entspricht einem Ergebnis je Aktie von minus 0,56 Euro (Vorjahr: minus 0,09 Euro).

Anleger müssen mit hoher Unsicherheit leben

Ob sich die Lage schnell bessern wird, ist ungewiss. Darüber macht auch Firmenboss Christoph Klenk keinen Hehl. In diesem Jahr rechnet der Manager damit, dass der Gesamtmarkt für Abfüll- und Verpackungstechnik zurückgehen wird.

Allerdings wurden bereits in der zweiten Jahreshälfte 2019 zahlreiche Maßnahmen eingeleitet, um die Profitabilität zu steigern. Hierzu zählen vor allem Einsparungen bei den Material- und Personalkosten. Mittel- bis langfristig ist die Konzernführung weiter zuversichtlich. Die anhaltend steigende Nachfrage nach verpackten Lebensmitteln sollte das Wachstum von Krones wieder ankurbeln.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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