Krones: Insider greifen zu

krones

Der Aktienkurs des Familienunternehmens Krones hat zuletzt gelitten. Ich erwarte jedoch ein Comeback und die Unternehmens-Insider offensichtlich auch. (Foto: K. Thalhofer/AdobeStock)

Heute möchte ich Ihnen hier im Schlussgong erläutern, warum der Aktienkurs des familiengeführten Maschinenbauers Krones meines Erachtens zu niedrig ist und warum das auch die Unternehmens-Insider so sehen.

Blicken wir aber zunächst kurz auf das Geschäftsmodell: Der Verpackungs-Spezialist Krones stellt u.a. Abfüllanlagen für die Getränkeindustrie her und ist mit einem Marktanteil von 23% klarer Weltmarktführer vor der zu Tetra Laval gehörenden Sidel (11%) und der zu dem deutschen Unternehmen Salzgitter gehörenden KHS (9%).

Der Hauptsitz des 1951 gegründeten Unternehmens befindet sich in Neustraubing. Neben Getränke-Abfüllanlagen stellt Krones auch Anlagen für die Bereiche Prozess- und Verpackungstechnik her. Den Großteil der Umsätze fährt Krones außerhalb Deutschlands ein.

Wachstumstreiber mittel- und langfristig intakt

Wachstumstreiber für das Geschäft von Krones sind vor allem die zunehmende Bevölkerung und die wachsende Mittelschicht in den Emerging Markets. Immer mehr Menschen auf der Welt konsumieren Getränke aus Flaschen. Daran ändert auch der augenblickliche Handelskonflikt zwischen den USA und China, der die operative Entwicklung von Krones vorübergehend etwas bremst, nichts.

Im 1. Halbjahr 2019 erwirtschaftete Krones einen Umsatz von 1,889 Mrd. Euro (+5,5% gegenüber dem Vorjahr) und steigerte den Auftragseingang um 1,2% auf 2,038 Mrd. Euro. Hohe Kosten und ein ungünstiger Produktmix haben jedoch die Ertragskraft belastet.

Folglich ging der Vorsteuergewinn zurück und die Vorsteuer-Gewinnmarge (EBT-Marge) sank von 6,3 auf 2,5%. Bei den Zielen für das laufende Jahr ruderte das Krones-Management zurück (mehr dazu gleich), die Mittelfristziele wurden aber bestätigt.

Maschinenbau Zeichnung – shutterstock_247925119

Maschinenbau-Aktien: ein Muss im PortfolioMaschinenbau-Aktien gehören zu den soliden Werten mit Langfristperspektive. Die meisten sind Nebenwerte mit internationaler Spitzenstellung. › mehr lesen

Der Aktienkurs hat sich aber zunächst halbiert

Der Aktienkurs des von der Familie Kronseder gegründeten und nach wie vor geführten Unternehmens hat sich in den Jahren 2018/2019 halbiert. Aktuell drückt die Konjunkturflaute die Ergebnisse nach unten. Aber: Mittel- und langfristig profitiert Krones davon, dass die weltweite Nachfrage nach Lebensmitteln steigt und damit auch nach Verpackungen.

Der bereits angesprochene Handelsstreit USA/China und Unsicherheiten einiger Kunden, ob sie bei Getränken auf Glas oder Kunststoff setzen sollen, führten im Sommer dieses Jahres zu einer Gewinnwarnung.

Krones rechnet nur noch mit einem Umsatzwachstum von 3% und einer Gewinnmarge von ebenfalls 3%. In der jüngeren Vergangenheit wurden auch schon Margen von 7% erreicht. Nach der Flaute kalkuliert das Familienunternehmen aber wieder mit einem Umsatzwachstum von 3 bis 5% pro Jahr und einer Gewinnmarge von 6 bis 8%.

Wird dieses Ziel in 2 bis 3 Jahren erreicht und bestätigt, kommt wieder das alte Kursniveau von über 100 Euro in Reichweite. Die Unternehmens-Insider sind optimistisch und haben allein im August dieses Jahres für über 3 Mio. Euro (!) Krones-Aktien gekauft.

Ich werte die massiven Insider-Käufe positiv und bin von einem Comeback von Krones überzeugt. Daher halte ich das aktuelle Kursniveau für zu niedrig.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Rolf Morrien. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz