Krones legt den Fokus auf die zweite Jahreshälfte

Um die ausgegebenen Gesamtjahresziele doch noch zu erreichen, braucht Krones eine starke zweite Jahreshälfte.

Um die ausgegebenen Gesamtjahresziele doch noch zu erreichen, braucht Krones eine starke zweite Jahreshälfte. Denn bislang verlief das Jahr 2018 für den Hersteller von Getränkeabfüllanlagen enttäuschend. Nur um 1 % auf gut 1,8 Mrd. Euro ging es im ersten Halbjahr bei den Erlösen nach oben, die Vorsteuermarge verringerte sich sogar von 6,8 % auf 6,3 %. Dabei peilt der Vorstand für 2018 einen Umsatzanstieg von 6 % und eine Vorsteuermarge von 7 % an und hat diese Ziele zum Halbjahresbericht auch bestätigt.

Kraftanstrengung im zweiten Halbjahr

Dabei besteht Hoffnung. Zum einen waren die Vorjahreswerte abrechnungsbedingt ungewöhnlich hoch, zum anderen verbesserten sich die Erlöse im zweiten Quartal bereits um 2,7 %. Dennoch muss sich Krones, um die Jahresziele doch noch zu erreichen, in zweiten Halbjahr gehörig anstrengen: Um knapp 13 % müssen die Erlöse ansteigen, doch für das Erreichen der Margenziele bedarf es einer noch größeren Kraftanstrengung: Um hier noch durch die Ziellinie zu laufen, müsste Krones das Ergebnis vor Steuern in der zweiten Jahreshälfte gleich um rund 22 % steigern.

Zuversichtlich macht dabei der Auftragseingang, der sich um 13 % auf 2,0 Mrd. Euro verbesserte. Damit beträgt der Auftragsbestand per Ende Juni 1,5 Mrd. Euro. In den kommenden Monaten scheint Krones also ausgelastet zu sein.

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Auftragseingang dürfte an Dynamik verlieren

Eher beunruhigend klingt die Begründung für den Margenrückgang: So ist Krones mit steigenden Materialkosten und einer einmalig höheren Dotierung der Personalaufwandsrückstellungen konfrontiert worden. Hier haben sich Angabe gemäß die Tariferhöhungen bemerkbar gemacht. Ob Krones hiervon tatsächlich überrascht worden ist, sei dahingestellt. Da Tarifverträge für gewöhnlich nicht wie Manna vom Himmel fallen, würde dies Schlussfolgerungen über das Controlling und die Finanzplanung zulassen, die sicherlich nicht zu Gunsten des Managements ausfallen.

Keine Angaben machte das Management, inwieweit sich die im Mai dieses Jahres durchgeführten Preiserhöhungen auswirken. Zur Erinnerung: Erstmals seit mehr als fünf Jahren hat Krones angekündigt, die steigenden Personal- und Materialkosten durch höhere Absatzpreise auszugleichen. Da die Preiserhöhung nicht für Angebote galt, die bereits zum Mai verhandelt worden waren, habe sie sich auch noch nicht auf das Orderverhalten der Kunden auswirken können, hieß es im Halbjahresbericht.

Doch Skepsis überwiegt

Der Kapitalmarkt scheint jedenfalls skeptisch zu sein. Trotz der optimistischen Grundhaltung des Vorstands brach die Aktie, die Mitte Juni vom MDAX in den SDAX zurückgestuft worden war, um 7 % ein und näherte sich im freitäglichen Handel wieder der 100-Euro-Marke. Wieder einmal zeigt sich: Nichts mögen Investoren weniger als Unsicherheit. Fürs erste dürfte die Krones-Aktie damit weiter volatil sein.


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Von: Peter Thilo Hasler. Über den Autor

Peter Thilo Hasler ist seit über 25 Jahren als Finanzanalyst tätig, zunächst für einige große Investmentbanken, seit 2010 in seiner eigenen Research-Firma. Als Analyst berät er namhafte Fondsmanagern und Vermögensverwalter weltweit.