Krones: Maschinenbauer lässt den Rotstift kreiseln

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Der Maschinenbauer Krones legt beim Sparprogramm nochmal eine Schippe drauf. Trotz Geschäftseinbruch zeigen sich die Anleger wieder deutlich optimistischer. (Foto: K. Thalhofer/AdobeStock)

Dass es nicht einfach werden würde, war klar. Immerhin hatte die Konzernführung des Abfüll- und Verpackungsmaschinenhersteller Krones in den letzten Monaten offen und transparent über die aktuell schwierige Lage aufgeklärt.

Über die starken Einschläge in den Geschäftszahlen durfte sich also kein Anleger wundern. Zudem greift das Management des Maschinenbauers beherzt durch.  Gerade erst hat der Vorstand beschlossen, das Sparprogramm nochmals auszuweiten. Bei den Investoren kommt das offenbar gut an. Seit Ende Oktober hat die Aktie über ein Fünftel zugelegt und damit einen Großteil der Corona-bedingten Kursverluste wieder ausgebügelt.

Marktführer bei Maschinen für die Getränke- und Nahrungsmittel-Industrie

Bevor ich auf die jüngsten Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen die Firma erst einmal näher vorstellen. Der Konzern ist ein sogenannter Hidden Champion, ein familiengeführter Weltmarktführer (Familie Kronseder hält weiterhin 51% aller Aktien), der seit 1984 an der Börse notiert ist. Krones produziert Maschinen für die Getränke und Nahrungsmittel-Industrie. Rund 90% der Erlöse werden außerhalb von Deutschland erzielt.

Dabei ist das Geschäft mit Abfüll-Anlagen, überwiegend für Getränke, mit 80% des Konzern-Umsatzes und mehr als 100% des operativen Ergebnisses, der mit Abstand wichtigste Bereich. Das Anlagen-Geschäft der Prozess-Technik erzielt rund 15% des Konzern-Umsatzes und ist ebenso wie der kleinste Bereich, KOSME (unteres Leistungs-Spektrum bei Abfüll-Anlagen), defizitär.

Demographie und Emerging Markets treiben das Wachstum an

Krones ist mit einem Anteil von rund 23% bei Getränke-Abfüllmaschinen klarer Weltmarktführer vor der zu Tetra Laval gehörenden Sidel (11%) und der zu Salzgitter gehörenden KHS (9%). Wachstumstreiber für die Branche sind v. a. die zunehmende Weltbevölkerung und steigender Wohlstand insbesondere in den bevölkerungsreichen Emerging Markets. Die Branche hat in den letzten stark von der wachsenden Nachfrage nach PET-Anlagen profitiert, da die PET-Flaschen zunehmend alternative Verpackungen, wie Glas, Dosen und Karton verdrängen.

Investitionszurückhaltung sorgt für Bremsspuren

Im abgelaufenen dritten Quartal sorgte die Corona-Pandemie für spürbare Bremseffekte. Der Umsatz sackte von Juli bis Oktober im Vergleich zum Vorjahr um 25% auf 750,4 Millionen Euro in den Keller. Operativ rutschte Krones ins Minus. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) lag bei -5,7 Millionen Euro nach 10,9 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Unter dem Strich stand ein Verlust von 4,1 Millionen Euro in den Büchern.

Management weitet Sparprogramm aus

Unterdessen setzt die Konzernführung auf weitere Maßnahmen zur Effizienzsteigerung. Mitte September wurde bereits der Abbau von 500 Arbeitsplätzen über ein sogenanntes Freiwilligen-Programm bekanntgegeben. Davon haben nach Firmenangaben bislang rund 400 Mitarbeiter Gebrauch gemacht.

Nun sollen nochmals 350 Arbeitsplätze zusätzlich gestrichen werden. zu streichen. Dies soll möglichst sozialverträglich realisiert werden. Insgesamt baut der Anlagenbauer mit den beiden Sparprogrammen 8% seines gesamten Personals in Deutschland ab. Weltweit beschäftigt der Neustraublinger Konzern mehr als 17.300 Mitarbeiter.

Mehrbelastungen in 2020

Der Personalabbau sorgt für zusätzliche Belastungen und schlägt mit 65 Millionen Euro zu Buche. Dadurch soll die operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) in diesem Jahr bei 3,5 bis 4,0% liegen. Zuletzt ging das Management noch von 5,5 bis 6% aus. Bei einem erwarteten Umsatzrückgang von 17% auf rund 3,3 Milliarden Euro dürfte nach der neuen Planung ein operativer Gewinn von 115 bis 130 Millionen Euro hängenbleiben.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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