Krones schwächelt etwas im Auftaktquartal

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Mittelständischer Maschinenbauer Krones bestätigt trotz des etwas schwächeren 1. Quartals die Ziele für das Gesamtjahr. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Erst vor wenigen Wochen habe ich Ihnen an dieser Stelle von den 2017er-Zahlen des mittelständischen Maschinenbauers Krones berichtet. Meine abschließende Beurteilung lautete wie folgt: „Aus meiner Sicht ist und bleibt die Krones-Aktie angesichts der aktuellen Zahlen, des Ausblicks und des aktuellen Kursniveaus ein solides Investment, von dem Sie jedoch keine „Wunderdinge“ erwarten sollten.“

Heute beurteile ich die Lage etwas kritischer. Denn erstens hat die Krones-Aktie seit meinem letzten Bericht zu dem MDax-Unternehmen zugelegt und zweitens fielen die Zahlen für das 1. Quartal des laufenden Jahres, die Krones heute vorgelegt hat, nicht ganz so gut aus wie von mir erwartet.

Weniger Umsatz und Ergebnis im 1. Quartal 2018

Das Unternehmen berichtet, dass sich die Geschäfte von Krones (einem führenden Hersteller in der Verpackungs- und Abfülltechnik) im 1. Quartal 2018 positiv entwickelten. Ich beurteile den Geschäftsverlauf der Monate Januar bis März dieses Jahres sowohl auf Umsatz- als auch auf Ergebnisebene etwas weniger positiv als das Unternehmen selbst.

Der Umsatz ging von Januar bis März 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 0,9% von 899,4 Mio. Euro auf 891,7 Mio. Euro zurück. Dabei ist nach Angaben des Unternehmens aber zu berücksichtigen, dass der Vorjahreswert abrechnungsbedingt positiv beeinflusst wurde. Daneben gibt es weitere (aus meiner Sicht plausible) Gründe für den Umsatzrückgang.

Insgesamt – so steht es in der Quartalsmitteilung – sei Krones aber „voll im Plan, das geplante Umsatzwachstum von 6% für das Gesamtjahr 2018 zu erreichen“. Das unterstreiche auch der Auftragseingang, der im 1. Quartal dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13,4% auf 992,4 Mio. Euro gestiegen sei.

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Insgesamt verfügte Krones per Ende März über Aufträge in einem Umfang von 1,34 Mrd. Euro, was einem Plus von 19,6% gegenüber dem Vorjahreswert entspricht.

Etwas kritischer als den rückläufigen Umsatz sehe ich die rückläufige Ertragskraft, die das Krones-Management jedoch als „vorübergehend“ bezeichnet.

Dazu schrieb das Unternehmen: „Trotz erfolgreicher Maßnahmen zur Effizienzsteigerung des Unternehmens lag das Ergebnis von Krones im 1. Quartal 2018 unter dem Vorjahreswert. Mitverantwortlich dafür waren auch überproportional gestiegene Personalaufwendungen.“

Krones reagierte darauf unter anderem, indem das Unternehmen Preiserhöhungen ankündigte. Die Jahresziele hat Krones nicht nur beim Umsatz, sondern auch bei der Vorsteuer-Gewinnmarge (nach wie vor liegt der Zielwert bei 7%) bestätigt. Zuletzt lag die Vorsteuer-Gewinnmarge bei 6,3%.

Meine Einschätzung: Wenn die Ziele tatsächlich erreicht werden, hat die Krones-Aktie aus meiner Sicht sicher noch etwas Potenzial nach oben. Sollten die Ziele verfehlt werden, ist das Potenzial nach unten meines Erachtens jedoch größer.


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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.