Kryptowährungen: Zukunftsforscher erwartet bis 2030 einen massiven Zuwachs

Es tauchen immer mehr optimistische Prognosen zu Kryptowährungen auf – doch die sind meiner Einschätzung nach völlig überzogen. (Foto: Wit Olszewski / shutterstock.com)

2017 kam mit den Kryptowährungen ein völlig neues Thema an den Finanzmärkten an. Die massiven Preissteigerungen lockten extrem viele Spekulanten an. Und wer früh dabei war, konnte in den ersten Monaten des Jahres auch massive Gewinne erzielen. So etwas ist immer gefährlich.

Aber bis jetzt hat sich das Bild schon wieder deutlich gewandelt: Der Preis bei der wichtigsten Kryptowährung Bitcoin ist um mehr als 50% vom Hoch eingebrochen. Tagesschwankungen von 5% und mehr gehören zudem zur Tagesordnung.

So etwas ist für mich nur ein weiterer Baustein der aktuell um sich greifenden Spekulationsblasen. Aber es tauchen nun regelmäßig langfristige Prognosen zur Entwicklung bei den Kryptowährungen auf, die mich aufhorchen lassen. Der US-amerikanische Zukunftsforscher Thomas Frey erklärte kürzlich, dass bis zum Jahr 2030 bereits 25 Prozent der herkömmlichen Währungen weltweit durch Kryptowährungen wie dem Bitcoin ersetzt sein werden, da diese Währungsart seiner Ansicht nach effektiver sei als normale Geldsysteme.

Das sehe ich jedoch anders: Allein der Bitcoin benötigt schon derzeit zur Aufrechterhaltung seiner Funktion enorme Ressourcen. Um diese größte Kryptowährung zu generieren, ist derzeit jährlich schon die Menge an Strom erforderlich, die das ganze Land Irland in einem Jahr verbraucht. Ein Kernkraftwerk vom Typ Biblis müsste ganze fünf Jahre Strom produzieren, um diese gewaltige Strommenge zu erzeugen.

Kryptowährungen sind vor allem in Krisenzeiten sehr gefährlich – denn sie bieten keinen Schutz

Daran sehen Sie schon, dass von Effektivität bei Kryptowährungen nicht gesprochen werden kann. Im Gegenteil: Diese sind enorm ineffektiv und vor allem permanent von dem Vorhandensein einer entsprechenden Infrastruktur bei der Stromversorgung und dem Internet abhängig. Demgegenüber ist Bargeld sowohl von Banken unabhängig, als auch von jeder Infrastruktur und dem Internet.

Aus diesem Grund sind in jeder Wirtschaftskrise keine Buchgelder, Kreditkarten und schon gar nicht Kryptowährungen gefragt, sondern wie eh und je zählt dann nur noch Bargeld. Deshalb ist es für Sie wichtig, dass Sie zur Krisenvorbereitung auf das in solchen Zeiten erprobte Zahlungsmittel Bargeld setzen und außerdem auf klassische Fluchtwährungen. Deshalb empfehle ich Ihnen auch im Fremdwährungsdepot, ein Drittel Ihres Fremdwährungsbestands als Bargeld zu halten. Das und nur das wird Ihnen in einer wirklich ersten Krise etwas nutzen.

Und ob sich die Kryptowährungen tatsächlich durchsetzen, wird sich erst noch zeigen müssen. Aktuell ist es eben, wie schon gesagt, nicht mehr und nicht weniger als eine reine Spekulationsblase.

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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.